Sprengstoff im Schuh
Anschlag an Bord einer AA-Maschine vereitelt

Nach Angaben des Bostoner Flughafensprechers Tom Kinton versuchte ein Passagier am Samstag während eines Linienflugs von American Airlines einen Sprengsatz zu zünden, den er in seinem Schuh versteckt hatte, wurde jedoch rechtzeitig überwältigt.

vwd/afp WASHINGTON. Die Boeing 767 mit 197 Insassen war auf dem Weg von Paris nach Miami. Der Zwischenfall ereignete sich über dem Atlantik; danach wurde die Maschine von zwei F-15 Kampfjägern zur Notlandung nach Boston umgeleitet. Auf den US-Flughäfen gilt wegen der Feiertage bereits erhöhte Alarmbereitschaft.

Laut dem Flughafensprecher nahm eine Stewardess plötzlich Schwefelgeruch wahr, wie er beim Anzünden eines Streichholzes entsteht, und bemerkte, wie aus dem Schuh eines Passagiers ein Draht herausragte. Sie sprach den Mann auf das gezündete Streichholz an - es kam zu einem kurzen Gerangel, bei dem eine Stewardess von dem Mann in die Hand gebissen wurde. Dann wurde er von der Besatzung und einigen Passagieren überwältigt. Ärzte unter den Passagieren stellten den Mann ruhig, bis die Maschine in Boston landete und er von Beamten der Bundespolizei festgenommen wurde.

Bei der anschließenden Durchleuchtung des verdächtigen Schuhs entdeckten die Fahnder eine Zündschnur sowie ausreichende Mengen Sprengstoff, um "größeren Schaden anzurichten", wie Kinton weiter ausführte. Nach Angaben einer Sprecherin der Flughafen-Verwaltung von Massachusetts benutzte der Mann für seine selbstgebastelte Bombe Plastiksprengstoff, wie er von Bauunternehmen bei Abrissarbeiten oder vom Militär eingesetzt wird. Dieser Sprengstoff passiert unbehelligt die Sicherheitskontrollen auf den Flughäfen; lediglich Spürhunde können ihn erschnüffeln.

Bei dem Mann wurde ein offenbar gefälschter Pass entdeckt, der ihn als 28-jährigen Briten namens Richard Reid auswies. Der Mann reiste allein und ohne Gepäck in der Touristenklasse. Nach der Beschreibung eines Bostoner Flughafenmitarbeiters sah er eher arabisch aus. Nach dem Zwischenfall alarmierte die Besatzung der Boeing die Flugkontrolle, diese schaltete die militärische Luftraumüberwachung ein. Zwei Kampfjets eskortierten die Maschine nach Boston.

US-Präsident George W. Bush wurde nach Angaben eines Sprechers sofort über den Vorfall informiert. Er werde seitdem stets über den Stand der Ermittlungen auf dem Laufenden gehalten. Unklar blieb zunächst das Motiv des Mannes. US-Medien und Experten spekulierten am Samstag heftig darüber, ob es sich um die Aktion eines psychisch gestörten Einzeltäters handelte oder um einen weiteren Terroranschlag von Anhängern des islamischen Extremistenführers Osama bin Laden. Die USA machen Bin Laden für die verheerenden Terroranschläge vom 11. September verantwortlich.

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