Sprengstoff soll bereits in Berlin sein
Offenbar Hinweis auf Anschlag bei Loveparade

Den Sicherheitsbehörden liegen offenbar Hinweise auf einen geplanten Anschlag auf die Loveparade am 13. Juli in Berlin vor. Sprecher mehrerer Behörden dementierten einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung am Dienstag nicht, machten aber keine Angaben zu möglichen Details.

Reuters BERLIN. Ein Sprecher des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden sagte lediglich: "Wenn es Hinweise auf eine Gefährdung gibt, werden sie ernst genommen, und der Hintergrund wird überprüft." Die "Bild"-Zeitung berichtete unter Verweis auf ein vertrauliches Papier des Landeskriminalamtes (LKA) Berlin, nach Hinweisen eines V-Mannes planten arabische Terroristen einen Anschlag mit einer Autobombe auf die Loveparade mit über einer Million Teilnehmern. Der Veranstalter Loveparade Berlin GmbH erklärte, es gebe auch nach Rücksprache mit dem LKA Berlin keinerlei Hinweise, die die Meldung der "Bild"-Zeitung bestätigen könnten.

Die Zeitung berichtete, mit Hilfe albanischer Moslems seien am 12. Juni fünf Kilogramm Sprengstoff in einem roten Mazda mit holländischem Kennzeichen nach Berlin geschmuggelt worden. Das Blatt zitierte aus dem angeblichen LKA-Papier: "Hinsichtlich der Anschlagsvorbereitungen für die Loveparade ist geplant, ein Kfz mit Sprengstoff und entsprechendem Zünder an exponierter Stelle zu etablieren." Die Behörden prüften, ob es einen Zusammenhang mit der El Kaida-Organisation von Osama bin Laden gebe, der von den USA für die Anschläge vom 11. September verantwortlich gemacht wird. In Sicherheitskreisen hieß es aber, ein Anschlag auf die Loveparade würde wohl kaum zur El-Kaida passen. Diese habe vielmehr die USA und Israel ins Visier genommen.

Die Berliner Polizei wollte den "Bild"-Bericht nicht bestätigen, dementierte ihn aber auch nicht. Ein Sprecher sagte, seit den Anschlägen vom 11. September 2001 gebe es "ganz allgemein" eine hohe Gefährdung von Großveranstaltungen wie der Loveparade. Die Polizei gehe allen Hinweisen auf eine mögliche Gefährdung nach: "Nach derzeitigem Erkenntnisstand gibt es keinen Anlass, über eine Absage der Loveparade nachzudenken."

Der Geschäftsführer der Loveparade GmbH, Fabian Lenz, erklärte: "Wir haben auch nach Rücksprache mit dem LKA keinerlei Hinweise, die die von der Bild Berlin verbreitete Meldung bestätigen können." Die Teilnehmer der Loveparade seien "keiner größeren Gefahr ausgesetzt als Teilnehmer jeder anderen Großveranstaltung auf der Welt. Im Bundesinnenministerium war zunächst keine Stellungnahme zu dem Zeitungsbericht zu erhalten.

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