Sprichwort schlägt Wellen
Lippenstift-Streit um Barack Obama

Ein altes amerikanisches Sprichwort hat dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama heftige Kritik aus dem Lager seines republikanischen Rivalen John McCain eingetragen. Seinem Ansehen außerhalb der USA kann das aber offenbar wenig anhaben.

HB WASHINGTON. Wegen Benutzung eines alten amerikanischen Sprichworts ist der demokratische Präsidentschaftskandidat Barack Obama in die Schusslinie seiner politischen Gegner geraten. Obama hatte auf einer Wahlveranstaltung das Versprechen seines republikanischen Rivalen John McCain, Washington aufzurütteln und gegen die alte Sippschaft vorzugehen, als unglaubwürdig abgetan. Man könne einem Schwein Lippenstift auftragen, es bleibe aber ein Schwein, sagte Obama laut „Washington Post“ vom Mittwoch.

Die republikanische Ex-Gouverneurin von Massachusetts, Jane Swift, sah darin einen sexistischen Angriff auf McCains Vize-Kandidatin Sarah Palin, da sie als einzige von den vier Bewerbern um das Präsidenten- oder Vizepräsidentenamt Lippenstift trage. Es sei ein „abscheulicher“ Vergleich mit einem Schwein, sagte Swift, die im McCain-Team eine „Wahrheits“-Kommission leitet. Das Wahlkampf-Lager des Republikaners brachte als Antwort umgehend einen neuen Fernsehspot heraus, in dem es mit Blick auf den schwarzen Senator heißt: „Bereit zu führen? Nein. Bereit für eine Schmierenkampagne? Ja.“

Die Obama-Beraterin Anita Dunn nannte den Vorwurf einen „erbärmlichen Versuch“, die Geschlechter-Karte zu spielen. In einer E-mail des Obama-Lagers an die US-Zeitung „Politico“ nannte es ein Sprecher „verrückt“, dass der Senator aus Illinois mit der Bemerkung Palin gemeint haben könnte. „Diese Redewendung ist uralt und hat nichts mit ihr zu tun.“

Unterdessen sammelt Obama offenbar weiter Sympathiepunkte im Ausland. Bei einer aktuellen Erhebung landete der Demokrat deutlich vor seinem republikanischen Rivalen. Die Befragten in allen 22 Länder, die an der am Mittwoch veröffentlichten Studie des BBC World Service teilnahmen, würden lieber Obama als seinen republikanischen Konkurrenten John McCain im Weißen Haus sehen. Vor allem die Deutschen (61 Prozent), Kanadier (69 Prozent) und Italiener (64 Prozent) erwarten, dass sich die US-Beziehungen mit der Welt unter Obama verbessern.

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