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Springer erwägt angeblich Insolvenzantrag für Kirch

Falls der marode Medienkonzern den Axel-Springer-Verlag für seinen Anteil an Pro Sieben Sat.1 nicht auszahlt, könnte ein solcher Antrag schon Ende April erfolgen.

afp HAMBURG/BERLIN. Der Axel-Springer-Verlag erwägt nach Informationen des "Spiegel", für seinen angeschlagenen Partner Kirch einen Insolvenzantrag zu stellen. Ein solcher Schritt könne Ende April erfolgen, falls Kirch bis dahin nicht 767 Mill. ? für Springers Anteil an der Pro Sieben Sat.1 Media AG überweise, berichtete das Nachrichtenmagazin am Wochenende. Springer-Sprecherin Edda Fels erklärte dazu in Berlin, der Verlag sei "an einer konstruktiven Lösung, nicht an einer destruktiven Lösung mit der Kirch-Gruppe interessiert". Zur Rettung des Pay-TV-Senders Premiere fehlen Kirch laut "Focus" jährlich bis zu 350 Mill. ?.

Laut dem "Spiegel" soll Springer offenbar darauf spekulieren, dass Kirchs 40-Prozent-Anteil an dem Verlag im Konkursfall an die Deutsche Bank geht, wo er als Sicherheit für einen 615 Millionen-Euro-Kredit hinterlegt ist. Die Bank könne das Paket dann an Springer oder "neue, dem Verlag genehme Aktionäre" weiterreichen. Die Springer-Beratungsbank Schroder Salomon Smith Barney beispielsweise wolle den Verlagsanteil in einen Privatfonds einbringen. Dazu suche die Bank derzeit "unter Deutschlands reichsten Familien nach liquiden Interessenten".

Dem Bericht zufolge will der von Kirch berufene Wirtschaftsanwalt Wolfgang von Betteray am Montag vor Gläubigerbanken über Auswege aus der Finanzkrise bei Kirch referieren. Wie aus Verlagskreisen verlautete, favorisiert Springer weiterhin eine Bankenlösung. Die Springer-Sprecherin Fels erklärte, der Verlag stehe jederzeit zu Gesprächen mit der Kirch-Gruppe und ihren Gläubigern über Gesamtlösung zur Verfügung. Angesichts der Äußerungen der Kirch-Gruppe sei Springer allerdings "gezwungen, eine Leistungsklage vorzubereiten und - falls kurzfristig keine Erfüllung der Put-Forderung erfolgt - auch einzureichen".

Um die fehlenden Millionen zur Rettung von Premiere aufzubringen, wirbt die Kirch-Gruppe laut dem Nachrichtenmagazin "Focus" mit weitgehenden Zugeständnissen um Hollywood-Studios als neue Teilhaber. Die Studios sollten so lange auf Kirchs Zahlungen für Filmrechte verzichten, bis Premiere Gewinne mache. Laut "Focus" verpflichten laufende Filmrechte-Verträge für Premiere Kirch zu Zahlungen von jährlich 300 Mill. ?. Kirch sei einen Großteil dieser Summen seit längerem schuldig.

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