Springer Verlag
Vinkulierung blockiert Einstieg von Großinvestoren

Finanzjongleur Clemens Vedder, der indirekt über die Kölner Cobra Beteiligungsgesellschaft mbH Anteilseigner an der Frankfurter Commerzbank AG ist, will Gerüchte über Beteiligung an Europas größtem Zeitungskonzern nicht kommentieren.

lip/hps HAMBURG/DÜSSELDORF. Das Aktienpaket des Münchener Filmhändlers Leo Kirch an dem Axel Springer Verlag (Bild, Welt, Hörzu) ist zum Spielball neuer Spekulationen geworden. Danach soll der Finanzinvestor Clemens Vedder, der indirekt über die Kölner Cobra Beteiligungsgesellschaft mbH Anteilseigner an der Frankfurter Commerzbank AG ist, zusammen mit Partnern Interesse an einem Erwerb des 40-prozentigen Springer-Anteilspakets des Filmhändlers haben, heißt es in Medienberichten. Zu der Interessentengruppe gehören auch Karl Ehlerding, Großaktionär der WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG, sowie der Handelsexperte Klaus-Peter Schneidewind. Die Manager sind seit Jahren geschäftlich verbandelt.

Die Deutsche Bank plant, das Kirch-Paket nach der Sommerpause an in- sowie ausländische Investoren zu platzieren. Aus dem Verkauf will das Finanzhaus mindestens rund 720 Mill. Euro erzielen, um ihre Kredite bei dem inzwischen zusammengebrochenen Kirch-Imperium abzudecken. Ein Sprecher von Vedder wollte sich an den Spekulationen um das Springer-Paket nicht beteiligen. "Finanzinvestitionen aus dem privaten Bereich von Herrn Vedder werden nicht kommentiert", betonte sein Sprecher. Klaus-Peter Schneidewind bezeichnete die Absicht an einem Einstieg bei Europas größtem Zeitungskonzern auf Anfrage des Handelsblatts hingegen "als Unsinn". Ehlerding war für einen Kommentar nicht zu erreichen.

Auch der Axel Springer Verlag wollte zu den Gerüchten keine Stellung nehmen. Aus dem Umfeld dessen Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner hieß es, dass das Medienhaus bei der Platzierung des Kirch-Paktes eine "breite Streuung an der Börse favorisiere". An Finanzinvestoren könnten nur "kleinste bis allerkleinste Teile" veräußert werden.

Gegen eine Übernahme des gesamten Aktienpaktes durch die Investorengruppe spreche zudem die Vinkulierung der Aktien. Danach kann ein Investor die Anteile nur mit Zustimmung des Vorstands sowie des Mehrheitsaktionärs Friede Springer übernehmen. Ob Vedder als Anteilseigner bei Springer akzeptiert wird, wird hingegen im Umfeld von Döpfner bezweifelt. Die Springer-Eigentümer, die weiterhin auf die Vinkulierung pochen, wollen damit vermeiden, dass unliebsame Investoren den Unternehmenskurs des Zeitungskonzerns blockieren.

In Finanzkreisen wird hingegen spekuliert, dass die Investoren trotz der Vinkulierung Chancen hätten, sich eine strategische Beteiligung an Springer zu sichern. So wird den Investoren nachgesagt, über mehrere neutrale Adressen zu verfügen. Sie könnten kleinere Springer-Pakete kaufen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu poolen.

Quelle: Handelsblatt

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