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Streit um "Bild"-Interview mit Scharon

Um die Echtheit eines Interviews der "Bild"-Zeitung mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon hat sich am Freitag eine öffentlich ausgetragene Kontroverse entwickelt. Scharon-Berater Raanan Gissin sagte, das Interview habe "überhaupt nicht stattgefunden".

dpa JERUSALEM/HAMBURG. Er habe der Zeitung eine offizielle Beschwerde übermittelt. Dagegen teilte die "Bild"-Chefredaktion mit, Gissin habe die Fragen ausdrücklich im Namen Scharons beantwortet. Eine Beschwerde habe der Zeitung bis zum Abend nicht erhalten.

Die "Bild"-Chefredaktion wies den Vorwurf zurück, das Gespräch mit Scharon sei frei erfunden. In dem "Bild-Exklusiv-Interview" wird Scharon mit der Aussage zitiert, die israelische Armee könnte künftig als Ordnungsmacht in den Palästinensergebieten eingesetzt werden und damit die Aufgaben der Polizeitruppen von Palästinenserpräsident Jassir Arafat übernehmen. Wörtlich zitierte das Blatt Scharon: "Wenn wir in Verhandlungen mit einer neuen Führung der Palästinenser zu keiner friedlichen Lösung kommen, wird das israelische Militär auch in die palästinensischen Städte gehen, um dort selbst Ordnung zu schaffen. Seit sieben Jahren reden wir mit der anderen Seite. Jetzt beginnen wir mit Taten!"

Gissin sagte, Scharon habe überhaupt nicht mit der "Bild"-Zeitung gesprochen. Der Korrespondent habe sich vielmehr mit Gissin beraten und Äußerungen Scharons in anderen Medien verwendet, "eine eigene Kräutermischung hinzugefügt und einen großen Salat gemacht".

Die Chefredaktion der "Bild"-Zeitung teilte mit, die am Donnerstag an das Büro von Regierungschef Scharon gerichteten Fragen seien nach Auskunft ihres langjährigen Korrespondenten Adi Sidon von Gissin ausdrücklich im Namen Scharons beantwortet worden. Das Interview beruhe auf einem Gespräch mit Gissin, das am Donnerstag um etwa 13 Uhr geführt worden sei. Weiter zitiert die "Bild"-Chefredaktion ihren Korrespondenten: "Ich habe Herrn Gissin die Interview-Fragen telefonisch übermittelt, und er hat sie wie in 'Bild' abgedruckt telefonisch beantwortet. Herr Gissin erklärte mir, dass er bei der Beantwortung der Fragen im Namen von Ministerpräsident Ariel Scharon spreche."

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