Sprünge teilweise völlig verkorkst
Vorkampf-Aus für deutsche Kunstspringer

Als Duo waren Andreas Wels und Tobias Schellenberg top, im EInzel ging es völlig daneben: Eine Woche nach olympischem Synchron-Silber sind die Beiden am Montag im Kunstspringen vom 3-m- Brett im Vorkampf ausgeschieden. Frust und Enttäuschung saßen bei Europameister Wels so tief, dass er direkt aus dem Aquatic Centre von Athen verschwand.

HB ATHEN. "Er hat sich verdünnisiert", sagte Bundestrainer Lutz Buschkow und entschuldigte seine Nummer eins, der nach Rang 27 bei der WM vor einem Jahr wieder ein dicker Patzer unterlaufen war.

Dem 29 Jahre alten und mit drei Olympia-Teilnahmen erfahrenen Hallenser Wels gingen zwei Sprünge völlig daneben. Danach reichte es nach sechs Durchgängen nur zu 378,93 Punkten und Platz 23 unter 32 Startern. Das Halbfinale an diesem Dienstag war futsch. Auch Schellenberg sprang mit 371,85 Zählern als 27. klar an der Vorentscheidung der besten 18 vorbei. Den Vorkampf gewann Turm- Weltmeister Alexandre Despatie (Kanada/517,59).

"Das ist für mich enttäuschend", sagte Buschkow. "Andreas ist deutlich unter dem geblieben, was er drauf hat." Ganz fest hatte der Bundestrainer mit dem Einzug von Wels in den Medaillenkampf der besten Zwölf gerechnet. Buschkow vermutete schlechte Erinnerungen an die WM 2003 mit als Grund für das Aus des Europameisters: "Er ist in Barcelona im fünften Sprung an das Brett gekommen. Vielleicht saß das noch im Hinterkopf." Den zweieinhalbfachen gehechteten Delfinsalto wird Wels auch nach Athen nicht so schnell vergessen: In der Einzelbenotung dieses Sprungs wurde er von den Kampfrichtern nur als 30. gewertet.

"Nach Synchron-Silber ist das für mich nicht richtig nachzuvollziehen", kritisierte Buschkow. Mit Schellenberg war er halbwegs zufrieden: "Er hat eigentlich einen sehr schönen Wettkampf geboten." Bis auf den letzten Sprung, der den Studenten um das Halbfinale brachte.

"Ich habe wirklich alles gegeben, aber da war ich zu vorsichtig im Anlauf und nicht richtig konzentriert", meinte der traurige Schellenberg. Seinen schmerzenden Weisheitszahn im linken Kiefer spürte er nicht: "Das hat mich nicht behindert." Noch in Athen will der Leipziger zum Zahnarzt und das Übel beseitigen lassen: "Für mich ist das schlimmer, als auf dem Brett zu stehen."

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