Sprung über die 90-Cent-Marke
Euro profitiert von US-Konjunkturschwäche

Der Euro dürfte in den kommenden Tagen laut Analysten weiter von der anhaltenden US-Konjunkturschwäche profitieren. Die schwachen US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag bestätigten die Einschätzung, dass sich die US-Konjunktur weiter schwach entwickle und eine Wende ungewiss bleibe, sagte Norbert Wuthe von der DG Bank.

vwd FRANKFURT. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums erreichte die Arbeitslosenquote im August mit 4,9 % den höchsten Stand seit September 1997. Der Euro reagierte auf die Daten mit einem Sprung über die 0,9000-$-Marke und notierte bis zum Nachmittag bei 0,9040 $.

Marktteilnehmer, welche nach dem überraschend positiv ausgefallenen NAPM-Einkaufsmanagerindex vorübergehend Hoffnung hinsichtlich der weiteren US-Konjunkturentwicklung geschöpft hätten, seien nun wieder skeptisch geworden, erläuterte Wuthe weiter. Die Arbeitsmarktdaten hätten verdeutlicht, dass der NAPM nur "ein Außreißer" gewesen sei. Da in der kommenden Woche bis Freitag kaum Daten aus den USA anstünden, dürfte der Wechselkurs von den Indikatoren wie dem Bruttoinlandsprodukt im Euroraum für das zweite Quartal beeinflusst werden. Wuthes Range lautet auf 0,8820 bis 0,9200 $.

Carsten Fritsch von der Commerzbank sieht den Euro ebenfalls mit Aufschlägen notieren. Seiner Ansicht nach dürfte die Gemeinschaftswährung von der weiter schwachen US-Konjunktur sowie von der weltweiten Flaute an den Aktienmärkten profitieren. Gewinnwarnungen von US-Unternehmen vor allem aus der Technologiebranche dürften das Verbrauchervertrauen weiter eintrüben und Investitionen eindämmen. Fritsch rechnet für die nächsten Tage ähnlich wie Wuthe mit einer Handelsspanne von 0,8845 bis 0,9200 $.

Den Yen sieht Fritsch behauptet gegenüber dem Dollar notieren. Gestützt werde der Kurs von den anhaltenden Kapitalrückflüssen nach Japan und der fortwährenden Risikoaversion der Anleger, meint der Analyst. Schwache Fundamentaldaten wie das deutlich rückläufige japanische Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal würden von dem Wechselkurs nicht genügend reflektiert. Für den Dollar-Yen-Handel lauten die Handelsspannen der Analysten auf 118,20 bis 122,30 Yen bzw. 118,30 bis 123,20 Yen. Mittelfristig sagt Eugen Keller vom Bankhaus Metzler dem Yen allerdings wieder eine Abschwächung auf 128 Yen voraus, die er saisonal und charttechnisch begründet.

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