Sprunghafter Markt
Wall Street mit getrübter Stimmung

Die vorsichtigen Ausblicke der US-Notenbank (Fed) sowie des Netzwerkausrüsters Cisco Systems vom Vorabend haben am Mittwoch Händlern zufolge die Stimmung an der Wall Street getrübt und für überwiegend fallende Kurse gesorgt.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der 30 führenden Standardwerte verlor 0,32 Prozent auf rund 8560 Punkte. Am Dienstag hatte der Index auf dem höchsten Stand seit Mitte Januar geschlossen. Der breiter gefasste S&P-Index gab 0,51 Prozent auf etwa 929 Zähler ab und der technologielastige Nasdaq-Index fiel um 1,11 Prozent auf rund 1506 Punkte.

"Das ist heute ein sehr sprunghafter Markt. Er ist kurzfristig ein wenig überkauft. Deshalb verstehe ich, warum er zurückgefallen ist", sagte Todd Clark von Wells Fargo Securities. Der Analyst James Volk von D. A. Davidson und Co fügte hinzu: "Ich denke, der allgemeine psychologische Wandel hin zur Erwartung steigender Kurse ist gerechtfertigt, aber kurzfristig wird es auch derartige Kursverluste geben."

Die US-Notenbank (Fed) hatte am Dienstag die Zinsen erwartungsgemäß nicht geändert. Ausmaß und Zeitpunkt der erwarteten Wirtschaftserholung in den USA seien aber ungewiss, hatte die Fed erklärt. Darüber hinaus hatte sie sich besorgt über einen anhaltenden Rückgang der Inflation geäußert, was am Markt als Signal für Deflationssorgen der Notenbank gewertet wurde.

"Der Markt wird auf weitere Hinweise warten, wie sich die Wirtschaft nach dem Irak-Krieg entwickeln wird. Wir müssen erst bessere Konjunkturdaten sehen, die den jüngsten Kursaufschwung rechtfertigen", sagte Bill Strazzullo, Stratege der State Street Corp.

An der Wall Street haben sich die wegen des Irak-Krieges und der Sorgen um die Wirtschaftslage in den USA stark gesunkenen Kurse seit Mitte März wieder deutlich um rund 15 Prozent erholt. Grund waren im Wesentlichen das Ende der Kampfhandlungen im Irak sowie die insgesamt besser als erwartet ausgefallene Berichtssaison der US-Unternehmen zum ersten Quartal. Die seither vorgelegten Konjunkturdaten signalisierten jedoch eher eine schwache Entwicklung der Wirtschaft.

"Außer den wöchentlichen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe kommen in dieser Woche kaum neue Konjunkturdaten, und die Aktien brauchen ein paar Tage um die kräftigen Gewinne der vergangenen Wochen zu konsolidieren", sagte Tim Anderson vom Finanzkonzern Citigroup.

Eine positive Beurteilung durch Analysten von Morgan Stanley verhalf Coca-Cola-Titeln entgegen dem überwiegenden Trend zu einem kräftigen Gewinn. Die Aktien des Dow-Jones-Wertes legten knapp 5,5 Prozent auf 43,27 Dollar zu. Dagegen büßten die Titel des ebenfalls im Dow Jones gelisteten Technologiekonzerns General Electric fast ein Prozent auf 28,85 Dollar ein, nachdem das Unternehmen seine Gewinnprognosen für das zweite Quartal und das Gesamtjahr bekräftigt hatte.

Frustriert reagierten die Anleger auf das Quartalsergebnis des weltgrößten Netzwerkausrüsters Cisco Systems. Zwar erzielte Cisco im ersten Quartal 2003 den zweitbesten Quartals-Nettogewinn seiner Geschichte, gab aber einen schwachen Ausblick für die Umsatzentwicklung im zweiten Kalender-Quartal. Die Aktien von Cisco verloren im Verlauf über 2,5 Prozent auf 15,50 Dollar.

Der schwächeren Tendenz im Technologiesektor schlossen sich auch die Aktien des Mobilfunkanbieters Nextel Partners an, die um 11,5 Prozent auf 5,31 Dollar fielen. Das Unternehmen hatte zuvor angekündigt, Wandelschuldverschreibungen im Volumen von 100 Millionen Dollar mit Fälligkeit 2008 zum Kauf anzubieten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,5 Milliarden Aktien den Besitzer. 1526 Werte legten zu, 1726 gaben nach und 199 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,87 Milliarden Aktien 1375 im Plus, 1755 im Minus und 23 unverändert. An den US-Kreditmärkten legten die zehnjährigen Staatsanleihen um 26/32 auf 101-17/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 3,686 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gewannen 1-1/32 auf 110-17/32 Zähler, wobei sich eine Rendite von 4,691 Prozent ergab.

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