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Spürnasen im Wettstreit - Weltmeisterschaft der RettungshundeDPA-Datum: 2004-07-01 17:00:34

Wittstock (dpa) - «Bartender» schnüffelt in den Trümmern vorsichtig nach Überlebenden, um ihn herum brennen Metalltonnen. Erst im verschütteten Bauwagen wird der Schäferhund fündig. «Merlin» ist noch nicht dran - er wartet noch auf seinen großen Einsatz bei der 10. Weltmeisterschaft der Rettungshunde, die am Donnerstag im brandenburgischen Wittstock begonnen hat.

Wittstock (dpa) - «Bartender» schnüffelt in den Trümmern vorsichtig nach Überlebenden, um ihn herum brennen Metalltonnen. Erst im verschütteten Bauwagen wird der Schäferhund fündig. «Merlin» ist noch nicht dran - er wartet noch auf seinen großen Einsatz bei der 10. Weltmeisterschaft der Rettungshunde, die am Donnerstag im brandenburgischen Wittstock begonnen hat.

117 Hunde aus 15 Ländern sind am Start. Die Mannschaften von 28 Rettungsorganisationen kommen unter anderem aus Japan, Korea, Italien, Finnland und Schweden. Aus Deutschland nehmen 12 Hunde teil.

Die Tiere müssen ihr Können im Fährtensuchen, auf dem Trümmerfeld, in der Fläche sowie in der so genannten Unterordnung und in einem Hindernisparcours unter Beweis stellen. «Rettungshunde müssen auf jedes Kommando, Handzeichen, auf Ruf und Pfiff reagieren, müssen aber auch selbstständig arbeiten», sagt Thomas Himmeröder vom Bundesverband Deutscher Rettungshunde. «Sie müssen absolut gehorsam sein und auch mit dem Gehör suchen.» Auf keinen Fall dürfen die Hunde Personen bedrängen, sich durch Wild ablenken lassen oder laut bellen.

Sehr gut zu sehen ist das bei den WM-Aufgaben im Trümmerfeld: Der Hundeführer - mit Rucksack, Leinen und Helm ausgerüstet wie im Katastrophengebiet - weist seinem Hund einen Bereich zu, in dem er suchen soll. Er selbst bleibt außerhalb des Trümmerfeldes. Erst wenn er etwas gefunden hat meldet sich der Hund. Nicht laut bellend, sondern nur mit einem kurzen Laut zeigt er den Fund an.

Für die WM hat die Bundeswehr Teile des umstrittenen Übungsplatzes «Bombodrom» in der Kyritz-Ruppiner Heide zur Verfügung gestellt: Auf einer Bauschuttlagerfläche wurde das Trümmerfeld am Stadtrand von Wittstock nachgestellt, und im Stadion werden die übrigen Disziplinen ausgetragen. «Hunde retten Menschenleben» ist das Motto des Verbandes und der WM in Wittstock. Am Mittwochabend zeigte sich das in der Praxis: Die Hundestaffel in Wittstock spürte einen an Alzheimer erkrankten Mann auf, der den Weg in sein Pflegeheim nicht mehr gefunden hatte.

Davon hat «Merlin» aus Dortmund nichts mitbekommen. Er sitzt mit einem Gummiknochen im Maul auf dem Rasen. Auch die Schüsse aus der Schreckschusswaffe, der laute Rasenmäher und der Applaus der Zuschauer bringen ihn - wie auch die anderen Hunde - überhaupt nicht aus der Ruhe. Er lässt Frauchen nicht aus den Augen und wartet geduldig auf seinen großen Auftritt.

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