Spuren in verschiedene Städte
Mehr als 2 700 Hinweise zur Terroristen-Fahndung

Es gelte nun, das gesamte Lebensumfeld der aus Hamburg stammenden Studenten aufzuhellen. Die Spuren führten in verschiedene Städte, so eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

dpa BERLIN. Zu den aus Hamburg stammenden mutmaßlichen Urhebern der Terroranschläge in den USA sind bereits mehr als 2 700 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Das bestätigte am Montag die Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, Frauke-Katrin Scheuten. Es gelte nun, das gesamte Lebensumfeld der damaligen Studenten aufzuhellen. Dabei führten Spuren in verschiedene Städte. Weitere Angaben lehnte Scheuten unter Hinweis auf laufende Ermittlungen ab. Zum Wochenbeginn starteten weitere Bundesländer eine Rasterfahndung nach islamistischen Terroristen.

Auch in Bochum geht eine Ermittlungskommission weiterhin Hinweisen aus der Bevölkerung nach, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Verbindungsleute des Bundeskriminalamtes und Mitarbeiter der Kripo Bochum seien daran beteiligt. Der Libanese Ziad Samir Jarrah, der an den Terroranschlägen beteiligt gewesen sein soll, hatte in Bochum zeitweise Unterschlupf gefunden. Sein Name stand auf der Passagierliste der in Pennsylvania abgestürzten Maschine.

In ganz Deutschland ist die Fahndung nach Hintermännern der Organisation des mutmaßlichen Terroristenführers Osama Bin Laden erheblich ausgedehnt worden. Nach Hamburg, Berlin, Brandenburg und Baden-Württemberg starteten weitere Bundesländer eine Rasterfahndung nach möglichen Terroristen, darunter Nordrhein-Westfalen, Bayern und Thüringen. In anderen Ländern wird sie vorbereitet. Die Rasterfahndung ist eine mit Hilfe von Computern systematisierte Methode, die sich aus der Fahndung nach RAF-Terroristen in Deutschland in den 70er Jahren entwickelt hat. Dabei wird ein größerer Personenkreis auf eine Kombination verschiedener Merkmale untersucht.

CSU fordert eine Weltpolizei

Zur besseren Bekämpfung des internationalen Terrors fordert die CSU eine Weltpolizei. Zunächst müsse die europäische Polizeibehörde Europol ausgebaut werden und operative Befugnisse erhalten, heißt es in einem in München vorgestellten Positionspapier der CSU-Landesgruppe im Bundestag. Wichtig sei eine über die EU-Grenzen reichende internationale Zusammenarbeit gegen Drogenschmuggel, Menschen- und Waffenhandel sowie Terrorismus und Geldwäsche.

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) schlug die Wiedereinführung der Kronzeugenregelung und ein Aussteigerprogramm vor. Das Programm könne sich beispielsweise an islamische Studenten richten, erklärte der BDK-Vorsitzende im Bundeskriminalamt, Klaus Jansen, in Bonn. Das mit einem professionellen Zeugenschutz verbundene Aussteigerprogramm müsse möglichst europaweit installiert werden. Mit Kronzeugen habe man etwa bei der deutschen Terrorgruppe "Revolutionäre Zellen" gute Erfolge erzielt, so dass dies auch bei ausländischen Terrorvereinigungen Erfolg versprechend sein könnte.

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) zählt auf die Hilfe der Bundeswehr beim Objektschutz in der Hauptstadt, wenn sich die Sicherheitslage zuspitzen sollte. "Ich bin seit einer Woche darüber mit Innenminister Otto Schily im Gespräch", teilte er dem Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses mit. Seit den Terroranschlägen in den USA schützt die Berliner Polizei 525 US- amerikanische, israelische, britische, jüdische und arabische Einrichtungen. Innenminister Schily hatte den Einsatz von Bundeswehr - Soldaten zum Schutz von Berliner Einrichtungen bisher abgelehnt.

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