Spuren von Anthrax-Bakterium im Gebäude entdeckt
Zweiter Milzbrand-Fall in den USA

Spuren des gefährlichen Milzbrand-Erregers sind nun auch bei einem zweiten Mann in Florida entdeckt worden. Ein Anthrax-Test sei positiv gewesen, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Florida am Montag mit.

ap BOCA RATON. Der Patient wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Bei ihm handelt es sich um einen Mitarbeiter des 63-jährigen Fotoredakteurs, der am Freitag an Milzbrand gestorben war. Der Fall hatte Befürchtungen vor einem Terroranschlag mit Biowaffen ausgelöst.

Der Ministeriumssprecher erklärte, er könne nicht sagen, ob der Fall etwas mit Terrorismus zu tun habe. In dem Gebäude wurden ebenfalls Spuren des Bakteriums entdeckt. Die Redaktionsräume der Boulevardzeitung "Sun" wurden geschlossen, Experten wollten weitere Proben in den Zimmern nehmen. Es war zunächst unklar, wann endgültige Tests vorliegen, die zeigen, ob der Mann an Milzbrand erkrankt ist. Das Bakterium habe üblicherweise eine Inkubationszeit von sieben Tagen, könnte bis zu seiner Entwicklung aber auch bis zu 60 Tage brauchen, sagte der Sprecher. Das FBI unterstützt die Suche nach der Herkunft des Bakteriums.

Der verstorbene 63-Jährige aus der Ortschaft Lantana in Florida hatte sich den Behörden zufolge mit einer besonders seltenen Form des Milzbrandes infiziert, von der in den USA im 20. Jahrhundert lediglich 18 Fälle bekannt sind. Der Mann war am Dienstag mit Meningitis-Verdacht ins Krankenhaus gebracht worden, wo dann aber Milzbrand diagnostiziert wurde. Eine Behandlung mit Antibiotika war erfolglos geblieben.

Milzbrandbakterien wurden von einigen Staaten als biologischer Kampfstoff entwickelt. Nach den Terroranschlägen vom 11. September war die Angst vor Attacken mit den Erregern gewachsen. Nachbarn des Toten äußerten die Befürchtung, Teile ihres Wohnviertels könnten verseucht sein. Einige der mutmaßlichen Terroristen, die an den Anschlägen vom 11. September beteiligt gewesen sein sollen, hatten sich vorübergehend rund 60 Kilometer von der Ortschaft entfernt aufgehalten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%