Staat- und Regierungschefs machen Weg in Feira endgültig frei
Griechenland wird ab 2001 zwölfter Euro-Staat

afp FEIRA. Griechenland wird nächstes Jahr als zwölftes Land den Euro einführen und dafür Abschied von der Drachme nehmen. Diese Entscheidung trafen die Staats- und Regierungschefs der EU am Montag bei ihrem Gipfel im portugiesischen Feira. Der griechische Regierungschef Costas Simitis sprach von einem "großen Tag" für sein Land und versprach, eine konstruktive Rolle einzunehmen.

Die Zustimmung der Staats- und Regierungschefs hatte als sicher gegolten, nachdem Athen in den vergangenen Wochen bereits grünes Licht von der EU-Kommission, den EU-Finanzministern und der Europäischen Zentralbank (EZB) erhalten hatte. Die europäische Gemeinschaftswährung wird damit ab 1. Januar 2001 in dem südosteuropäischen Staat zunächst im unbaren Zahlungsverkehr eingeführt. Ein Jahr später folgt dann - wie bei den übrigen elf Euro-Ländern auch - das Euro-Bargeld.

Der griechische Wirtschafts- und Finanzminister Yannos Papantoniou betonte in Feira, sein Land werde mit am meisten von der Stabilität der Euro-Zone profitieren. Papantoniou wird bereits ab Juli an den informellen Beratungen der Euro-Finanzminister teilnehmen, deren Runde jetzt nicht mehr Euro-11, sondern Euro-12 heißt.

Noch 1998 war Athen mit einem Aufnahmeantrag für die Euro-Zone gescheitert, weil es keines der geforderten Kriterien für Haushalts- und Preisstabilität erfüllte. Mit einem finanzpolitischen Kraftakt hat die sozialistische Regierung das Land dennoch innerhalb von nur zwei Jahren auf Euro-Kurs gebracht. Die Talfahrt des Euro gegenüber dem US-Dollar nährte zuletzt auch in Deutschland Kritik an einem schnellen Beitritt Griechenlands, das noch immer unter seinem schlechten Image zu leiden hat. So forderte Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) wegen "erheblicher Zweifel" an der Haushaltsstabilität eine Verschiebung um mindestens ein halbes Jahr.

Zweifel an der Euro-Tauglichkeit Athens weckte vor allem die hohe Gesamtverschuldung. Während Griechenland wichtige Euro-Kriterien wie Inflation und Neuverschuldung geradezu mustergültig erfüllt, drückt das Land ein riesiger Berg von Altschulden. Mit gut 100 Prozent der Wirtschaftsleistung eines ganzen Jahres überragt er deutlich die Maastrichter Messlatte von 60 Prozent. Schon Italien und Belgien schafften aber den Sprung in die Euro-Zone, obwohl sie deutlich über dem Richtwert lagen. Kriterium ist, dass eine Tendenz zur Besserung erkennbar sein muss.

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