Staatliche Förderung: Hilfe für Finanzinvestoren

Staatliche Förderung
Hilfe für Finanzinvestoren

Wer als Investor künftig jungen Unternehmen unter die Arme greift, soll dafür eine steuerliche Förderung erhalten. Dafür spricht sich eine Expertengruppe des Finanzministeriums aus. Der Bereich der Früh- und Wagnisfinanzierung soll so aus ihrem Schattendasein geführt werden.

BERLIN. Eine vom Bundesfinanzministerium beauftragte Expertengruppe plädiert für eine steuerliche Förderung in der Früh- und Wagnisfinanzierung von Unternehmen. Investoren, die bei der Gründung junger Technologieunternehmen behilflich sind oder so genannte Startups unterstützen, sollen im Falle eines Verkaufs ihrer Anteile von der Abgeltungssteuer ausgenommen werden. Das ist nach Informationen des Handelsblatts ein zentraler Vorschlag der Expertengruppe um die TU München, die im Auftrag des Finanzministers ihr Gutachten ergänzt haben. Die jetzt endgültige Fassung soll Eckpunkte für das geplante Unternehmensbeteiligungsgesetz liefern.

Gerade der risikoreiche Bereich der Früh- und Wagnisfinanzierung fristet in Deutschland ein absolutes Schattendasein. Daher soll Abhilfe geschaffen werden. "Wenn eine vermögende Privatperson 30 Prozent an einem Startup hält und diesen Anteil nach drei Jahren verkaufen will, soll dies steuerfrei möglich sein", erläuterte TU-Professor Christoph Kaserer, Mitverfasser des Gutachtens, in einem Gespräch mit dem Handelsblatt. Nach der ab 2009 geltenden Abgeltungssteuer müsste der Investor auf seinen möglichen Veräußerungsgewinn eine Steuer von 25 Prozent zahlen.

Gegenwärtig ist der Veräußerungsgewinn dann steuerfrei, wenn die Ein-Prozent-Regel eingehalten wird. Ein Investor darf also nicht mehr als mit einem Prozent an einem Unternehmen beteiligt sein und muss seine Anteile mindestens zwölf Monate gehalten haben. Ansonsten unterliegt er der kompletten Besteuerung. "Das ist aus unserer Sicht ein wesentlicher Grund, warum bei uns die so genannte "Seed" (Saat)-Finanzierung so schwach ausgeprägt ist", sagt Thomas Pütter, Vorstandschef des Bundesverbands deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften.

Zwar stiegen die Investitionen der Private-Equity-Branche in Deutschland im vergangenen Jahr um 20 Prozent auf 3,6 Mrd. Euro, doch lediglich 31 Mill. Euro entfielen dabei auf den Seed-Bereich, also auf die "Finanzierung der Idee im Aktenkoffer", so Pütter. Venture Capital-Fonds spielen nach Auffassung Professor Kaserers in diesem Segment aufgrund des hohen Risikos so gut wie keine Rolle. "Hier agieren in erster Linie die Business Angels", also Unternehmensengel, die mit ihrer Expertise und ihrem Kapital junge Unternehmen begleiten. Erst in einer späteren Phase werden die Risikokapitalgesellschaften aktiv.

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