Staatsanleihen in Europa und den USA erholen sich nach Kursrutsch der vergangenen Woche leicht
Telekom sucht Konsortialführer für neuen Bond

Die Deutsche Telekom machte am Montag wieder einmal am Anleihemarkt von sich reden: Der Bonner Konzern hat mit der Suche nach Konsortialführern für die erste große neue Anleihe in diesem Jahr begonnen. Das bestätigten Branchenkreise dem Handelsblatt.

cü/slo FRANKFURT/M. Demnach führt die Telekom Sondierungsgespräche mit zahlreichen potenziellen Konsortialführern. Geplant sei die Emission von 5 Mrd. bis 8 Mrd. . Die neue Anleihe sei aber erst im Sommer zu erwarten. Bis dahin werden die Ratingagenturen die Bonität der Telekom überprüft haben. Die Überprüfung hatten die Agenturen angekündigt, nachdem der geplante Verkauf eines Teil des Kabelnetzes der Deutschen Telekom an den US-Konzern Liberty Media gescheitert war. Analysten und Händler erwarten, dass die Ratingagenturen Standard & Poor?s und Moody?s die Ratings A- bzw. A3 um eine Stufe herabsetzen werden.

Mit einem schlechteren Rating - - das in den ausstehenden Anleihen schon jetzt zum Teil eingepreist ist - würde sich die Telekom nicht mehr so günstig am Anleihemarkt refinanzieren können, wie bei der letzten großen Emission im Sommer vergangenen Jahres. Damals hatte die Telekom einen Bond über insgesamt 8 Mrd. in verschiedenen Tranchen aufgenommen. Die bis 2006 laufende Anleihe wurde damals mit einem Risikoaufschlag von 1,233 Prozentpunkten über der Bundesobliation bis Laufzeit 2006 gepreist. Inzwischen ist der Aufschlag auf 1,46 Prozentpunkte gestiegen.

Telekom auf Bond-Markt aktiv

Dass die Deutsche Telekom - einer der größten Emittenten am Markt für europäische Unternehmensanleihen - auch in diesem Jahr große neue Anleihen plant, ist indes nichts Neues. Telekom-Treasurer Gerhard Mischke hatte schon im vergangenen Sommer angekündigt, dass die Telekom weiter regelmäßig den Bondmarkt besuchen wolle. Dabei solle das Volumen jeweils unter 10 Mrd. liegen. Im Sommer 2000 hatte die Telekom mit einer Anleihe über insgesamt 14,6 Mrd. $ in mehreren Tranchen den damals größten Industriebond aller Zeiten begeben. Vor etwa einem Jahr gab sie diesen Rekord an France Télécom ab, als der französische Telekomkonzern eine Anleihe über insgesamt 17,6 Mrd. begab.

Auch in diesem Jahr war die Deutsche Telekom bereits am Bondmarkt aktiv, allerdings relativ unbemerkt. Anfang Januar begab der Konzern Anleihen über mehr als 3 Mrd. , dabei handelte es sich jedoch nicht um einen großen Bond, sondern um insgesamt neun diskret arrangierte Privatplatzierungen.

Noch im März will die Telekom zudem auf den Markt für mit Forderungen besicherte Anleihen (Asset Backed Securities) vordringen. Eine entsprechende Emission mit Forderungen auf Telefonrechnungen unterlegter Wertpapiere über 2 Mrd. hatte die Telekom schon im vergangenen Herbst angekündigt.

Dass die Nachfrage nach neuen Anleihen von Telekomkonzernen ungebrochen ist, hatte am Freitag der US-Telekomkonzern Sprint unter Beweis gestellt. Ursprünglich hatte der mit BBB+ (S&P) bzw. Baa2 (Moody?s) bewertete Konzern nur die Emission von 2 Mrd. $ geplant, auf Grund der hohen Nachfrage erhöhte Sprint das Volumen jedoch auf 5 Mrd. $ in insgesamt drei Tranchen.

Am Montag war es dagegen am Markt für neue Anleihen recht ruhig. Die niederländische Bank Nederlandse Gemeenten begab eine Anleihe über 1 Mrd. $. Die nordische Bankengruppe Nordea kündigte eine Anleihe über 500 Mill. an, und auch der schwedische Nutzfahrzeughersteller vergab das Mandat für eine großvolumige Euro-Anleihe.

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