Staatsanwälte wollen 15 Konten bei 15 Banken unter verschiedenen Namen entdeckt haben
Estrada soll hunderte Mill. $ veruntreut haben

ap MANILA. Der philippinische Expräsident Joseph Estrada soll nach Angaben von Staatsanwälten Hunderte Mill. veruntreut haben. Er soll etwa zwei Monate nach der Amtsübernahme vor zweieinhalb Jahren damit begonnen haben, unter Pseudonymen Konten bei verschienen Banken anzulegen. Bis zum vorzeitigen Ende seiner Herrschaft vor eineinhalb Wochen soll er dann dort Gelder deponiert haben. Die Ermittler kündigten an, sie hätten Papiere gefunden, die dies belegten. Am Freitag würden sie vorgelegt.

Der Leiter der Ermittlergruppe im Amt zur Korruptionsbekämpfung, Eduardo de los Angeles, erklärte, es gebe Hinweise, dass Estrada unter verschiedenen Namen 15 Konten bei 15 Banken eröffnet habe. Die Banken seien fast alle auf den Philippinen. Bislang seien insgesamt zwischen zehn und 15 Mrd. Pesos (425 bis 640 Mill. Mark/220 bis 325 Mill. Euro) an unerklärtem Besitz gefunden worden. Dazu gehörten noch nicht die Dollar-Konten Estradas oder Konten auf den Namen seiner bekannten Geliebten. Eine habe auf einem Konto 600 Mill. Pesos (25 Mill. Mark/13 Mill. Euro), sagte de los Angeles. Das Geld stamme vermutlich aus Bestechung, Schmiergeldzahlungen und anderen Quellen, die noch nicht bekannt seien. Einige Zeugen hätten noch Angst, ihre Aussagen öffentlich zu machen.

Estradas Sohn weist Korruptionsvorwürfe zurück

Estrada hatte sein Amt im Juni 1998 übernommen. 1999 hatte der frühere Schauspieler ein erklärtes Vermögen von 700 000 $ (1,5 Mill. Mark/760 000 Euro). Im vergangenen Jahr war ein Provinzgouverneur und ehemaliger Freund Estradas an die Öffentlichkeit getreten und hatte erklärt, der Präsident habe riesige Summen an Bestechungsgeldern beiseite geschafft. Nach Massenprotesten und nachdem ihm auch die Streitkräfte die Unterstützung entzogen hatten, war er am 20. Januar zurückgetreten und seine bisherige Stellvertreterin Gloria Macapagal-Arroyo als Präsidentin vereidigt worden.

Estradas Sohn Joseph Ejercito erklärte, sein Vater wolle die Korruptionsvorwürfe entkräften. Eine Rückkehr in die Politik plane er jedoch nicht. Möglicherweise wolle sich aber Estradas Ehefrau Luisa um einen Sitz im Senat bewerben. Ejercito sprach von einer Kampagne gegen Estrada, an der sich auch ehemalige Freunde seines Vaters beteiligten. Er wies Spekulationen zurück, Estrada plane einen Coup gegen seine Nachfolgerin Gloria Macapagal-Arroyo, die ehemalige Vizepräsidentin.



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