Staatsanwalt ermittelt gegen den DFB-Präsidenten
Mayer-Vorfelder steuert in eine handfeste Affäre

Gerhard Mayer-Vorfelder steuert wegen seines vom VfB Stuttgart erhaltenen Salärs in eine handfeste Affäre. Gegen den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ermittelt nach Angaben der "Stuttgarter Zeitung" (Mittwochausgabe) die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung.

dpa STUTTGART. Der frühere baden- württembergische Finanzminister soll einen kleinen Teil der 600 000 DM (rund 307 000 Euro), die er als VfB-Präsident erhalten hat, nicht versteuert haben. Für Manfred Haas, beim schwäbischen Fußball- Bundesligisten Nachfolger von "MV", erhält der Fall damit "eine neue Dimension".

Eingeschaltet wurde die Verfolgungsbehörde nach Informationen des Blattes von der Finanzverwaltung. Diese wolle jeden Anschein der Befangenheit vermeiden, da es um ihren früheren Chef geht. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft wollte keine Stellungnahme abgeben. Sprecher Cristof Kleiner bestätigte nur, "dass eine Privatanzeige vorliegt".

Mayer-Vorfelder, der derzeit bei einem WM-Workshop in Japan weilt, will sich nach Angaben eines Sprechers selbst "nicht zu den wilden Gerüchten äußern", zumal das "Steuergeheimnis gebrochen worden ist". Der Multifunktionär hatte in seinem letzten Amtsjahr vor seinem Abtritt 2000 als Chef des hoch verschuldeten VfB monatlich 25 000 DM bekommen. Außerdem wurde ihm ein Darlehen in Höhe von 300 000 DM erlassen und nach Angaben von Haas rückwirkend zum 1. Oktober 1998 an als Aufwandsentschädigung deklariert. Der aktuelle VfB - Präsident will nun "keine weiteren Auskünfte mehr" zu dem Fall geben: "Das ist ein Steuerstrafverfahren. Da darf ich nichts sagen."

Mayer-Vorfelder hatte am Wochenende bekannt gegeben, dass er die Zahlungen beim Landesamt für Besoldung und Versorgung überprüfen lasse. Würden die Zuwendungen gegen das Ministergesetz verstoßen, sei er zur Verrechnung bereit. Der 68-Jährige war zeitweise VfB-Präsident und Minister, eine Ausnahmegenehmigung für ein besoldetes Amt hatte er jedoch nicht. Mayer-Vorfelder beteuerte jedoch, er habe erst nach seinem Abschied aus der Landesregierung die Gelder vom VfB bekommen. Haar hätte hierbei "eine Fehlinformation" gestreut. Die SPD-Fraktion im Landtag hat eine Überprüfung des Vorgangs gefordert.

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