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Staatsanwalt fordert neun Jahre Gefängnis für Kinowelt-Gründer KölmelDPA-Datum: 2004-07-20 15:46:33

(dpa-AFX) München - Der Kinowelt-Gründer und einstige Börsenstar Michael Kölmel soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für neun Jahre ins Gefängnis. Kölmel habe sich wiederholt und mit krimineller Energie bereichert und einen exorbitanten Schaden verursacht, sagte der Staatsanwalt am Dienstag im Untreue-Prozess gegen den Medienunternehmer vor dem Landgericht München. "Der Angeklagte hat bei seiner Vorgehensweise nicht nur Vertrauen des Aufsichtsrates, sondern auch Aktionäre und Öffentlichkeit in grober Weise enttäuscht."

(dpa-AFX) München - Der Kinowelt-Gründer und einstige Börsenstar Michael Kölmel soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für neun Jahre ins Gefängnis. Kölmel habe sich wiederholt und mit krimineller Energie bereichert und einen exorbitanten Schaden verursacht, sagte der Staatsanwalt am Dienstag im Untreue-Prozess gegen den Medienunternehmer vor dem Landgericht München. "Der Angeklagte hat bei seiner Vorgehensweise nicht nur Vertrauen des Aufsichtsrates, sondern auch Aktionäre und Öffentlichkeit in grober Weise enttäuscht."

Insgesamt werden dem Medienunternehmer 15 Fälle der Untreue sowie Betrug und Insolvenzverschleppung vorgeworfen. Der Verteidiger wies die Anschuldigungen zurück. Kölmel habe nichts ferner gelegen, als die Kinowelt zu schädigen, sagte der Anwalt.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Medienunternehmer der mehrheitlich von ihm beherrschten Sportweltbeteiligungsgesellschaft illegal Gelder zugeschanzt und rund 30 Millionen Euro in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Kernpunkt der Anklageschrift ist die Übernahme der Sportwelt durch die Kinowelt, die Kölmel am Kinowelt - Aufsichtsrat vorbei betrieben haben soll. "Die Sportwelt war eine reine Privatangelegenheit des Angeklagten", sagte der Staatsanwalt.

Als Kaufpreis für die Anteile an dem Sportrechte-Vermarkter erhielt Kölmel laut Anklage 30 Millionen D-Mark. Eine Gegenleistung - etwa in Form der Übertragung von Vermögenswerten - soll es aber nie gegeben haben. Allein für diese Vorwürfe beantragte die Staatsanwaltschaft eine Einzelstrafe von fünf Jahren. "Der Angeklagte hat keine bis wenig Schuldeinsicht und schon gar kein Verantwortungsgefühl gezeigt". Sowohl die Kinowelt als auch Sportwelt waren später Pleite gegangen.

Der Verteidiger warf der Staatsanwaltschaft eine unangemessene Härte in dem Verfahren vor. "Für Herrn Kölmel günstige und entlastende Umstände wurden ignoriert." Im Verlauf des Verfahrens sei der Medienunternehmer in der Öffentlichkeit als Schwerkrimineller stigmatisiert worden. Im Gegensatz zur Darstellung der Staatsanwaltschaft sei der Kinowelt-Aufsichtsrat beispielsweise über die Details der Sportwelt-Übernahme und somit auch über mögliche Risiken im Bilde gewesen. Kölmel habe sich stets um größtmögliche Transparenz bemüht. Ein Motiv für eine angebliche Schädigung der Kinowelt sei zudem nicht ersichtlich, sagte der Anwalt. Kölmel habe das Unternehmen vielmehr mit eigenen Mitteln finanziell unterstützt.

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