Staatsanwalt muss abgeänderte Anklageschrift vorlegen
Flow Tex-Verfahren vor dem Mannheimer Landgericht

Der milliardenschwere Betrugsskandal um die Flow Tex-Gruppe wird ab 25. September vor dem Mannheimer Landgericht verhandelt. Dies teilte ein Gerichtssprecher am Montag mit. Es seien 63 Verhandlungstage bis 28. März nächsten Jahres vorgesehen.

ap MANNHEIM. Das Mannheimer Landgericht verlangte von der Staatsanwaltschaft die Erstellung einer neu gefassten Anklageschrift. Zwei Tatvorwürfe seien abgetrennt worden. Die Staatsanwaltschaft Mannheim hatte im April gegen die ehemaligen Gesellschafter des Bohrmaschinenherstellers, Manfred Schmider und Klaus Kleiser, Anklage erhoben. Schmider und Kleiser sowie einer früheren Gesellschafterin und dem ehemaligen Finanzdirektor werden bandenmäßiger und gemeinschaftlicher Betrug in einem besonders schweren Fall zur Last gelegt.

Der Gesamtschaden im dem bisher wohl größten deutschen Wirtschaftsstrafverfahren wurde mit 4,13 Mrd. DM (2,11 Mrd. ?) angegeben. Die Anklage legt Schmider und Kleiser Scheingeschäfte mit nicht existierenden Horizontalbohrmaschinen zur Last. Der Insolvenzverwalter hat bislang mehr als 500 Mill. DM (255 Mill. ?) für die Flow Tex-Gläubiger sichern können.

Der nun zugelassene Anklagesatz betrifft den Angaben zufolge Taten, bei denen die Firmen Flow Tex Technologie GmbH & Co. KG (FTT) sowie KSK eine Rolle spielten. Dabei ging es um betrügerische Leasinggeschäfte mit einem Schaden von 3,8 Mrd. DM. Auch die Anklage wegen der geplanten Platzierung einer Anlage am Kapitalmarkt im Wert von 250 Mill. ? wurde vom Gericht zugelassen. Die Anklage sei in erheblichen Umfang neu gefasst worden, um so den Angeklagten den Schwerpunkt der gegen sie erhobenen Vorwürfe deutlich zu machen.

Laut Gerichtssprecher sieht die Strafkammer irreführende Angaben der Angeklagten gegenüber den Leasinggesellschaften und Darlehensgebern als besonders schwer wiegend an. Die Bedeutung liege insbesondere darin, dass Jahresabschlüsse, Prüfberichte der Wirtschaftsprüfer sowie Berichte über die Prüfung der Leasingverhältnisse nicht den Tatsachen entsprochen hätten. Auch seien so genannte Vorzeigemaschinen vorgeführt worden, so weit die Prüfer das Vorhandensein der Bohrsysteme stichprobenhaft überprüften.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%