Staatsanwalt prüft Vorwürfe gegen deutsche Demonstranten
Italienischer Polizeichef gesteht "Exzesse" bei G-8-Gipfel ein

Der Chef der italienischen Polizei, Gianni De Gennaro, hat «Exzesse» und «illegales Verhalten» seiner Beamten bei dem umstrittenen Polizeieinsatz gegen Globalisierungsgegner während des G-8-Gipfels in Genua eingeräumt.

afp ROM. Diese würden streng geahndet, kündigte er bei einer Anhörung vor der Informationskomission des Parlaments am Mittwoch in Rom ein. Zugleich betonte De Gennaro, die Polizei habe "das Maximum getan, um einen geordneten Ablauf des Gipfels und das Demonstrationsrecht zu sichern". Bei den schweren Unruhen während des G-8-Treffens vom 20. bis 22. Juli waren ein Demonstrant getötet und hunderte weitere verletzt worden. Mehrere Ermittlungsverfahren laufen.

Die Staatsanwaltschaft von Genua prüft unterdessen die Vorwürfe gegen 14 deutsche Globalisierungsgegner, die seit dem Gipfel in Untersuchungshaft sitzen. Den Demonstranten werde vorgeworfen, sich im militanten "Schwarzen Block" Straßenkämpfe mit der Polizei geliefert zu haben, teilten Justizbeamte mit. Unter ihnen befindet sich auch ein 26-jähriger, der bei der gewaltsamen Durchsuchung einer Unterkunft von Globalisierungskritikern festgenommen war. Er ist der einzige der damals 90 Verhafteten, der sich immer noch in Gewahrsam befindet. Der junge Mann wurde nach eigenen Angaben von den Sicherheitsbeamten in einer Kaserne geschlagen.

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