Staatsanwaltschaft beendet Plädoyers
Anklage im Lockerbie-Prozess fordert Verurteilung wegen Mordes

Die beiden libyschen Angeklagten im Lockerbie-Prozess um den Absturz eines PanAm-Jets über Schottland vor zwölf Jahren sollen nach dem Willen der Ankläger wegen Mordes hinter Gitter. Die Beweise zeigten klar, dass die beiden Libyer durch einen ausgetüftelten Plan eine Bombe an Bord des Flugzeugs gebracht hätten, sagte Staatsanwalt Alastair Campbell am Mittwoch im niederländischen Camp Zeist.

afp CAMP ZEIST. Ein Schuldspruch wegen Mordes würde automatisch lebenslange Haft für die Angeklagten Abdel Basset Ali el Megrahi und El Amin Chalifa Fhimah bedeuten. Sie sollen einen Koffer mit Sprengstoff an Bord des PanAm-Jumbos geschmuggelt haben, der am 21. Dezember 1988 über der schottischen Ortschaft Lockerbie explodierte. Dabei kamen alle 259 Passagiere sowie elf Menschen am Boden ums Leben. Die Angeklagten streiten die Vorwürfe ab.

Nach Überzeugung der Ankläger war Megrahi als ranghoher Offizier des libyschen Geheimdienstes an der Ausarbeitung des Anschlagsplans beteiligt. Fhimah habe als Mitarbeiter der Libyan Arab Airlines auf Malta den Bombenkoffer mit den notwendigen Etiketten versehen, um ihn unbegleitet via Frankfurt an Bord des PanAm-Fluges zu schicken.

Die Vorwürfe des Mordkomplotts und der Verletzung der Flugsicherheit hatte die Angklage im Verlauf des Prozesses fallen lassen. Die Verteidigung will am Donnerstag mit ihren Plädoyers beginnen. Ein Urteil wird frühestens in einigen Wochen erwartet.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%