Staatsanwaltschaft Braunschweig leitet Vorermittlungen ein
Bestechungsvorwurf gegen Preussag beschäftigt die Justiz

rtr BRAUNSCHWEIG. Die Umstände des Verkaufs der heutigen Salzgitter AG von der Preussag AG an das Land Niedersachsen vor fast drei Jahren beschäftigt jetzt die Justiz. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat nach Angaben eines Sprechers Vorermittlungen eingeleitet. Anlass sind Briefe des einstigen Preussag- und Salzgitter-Managers Hans-Joachim Selenz an Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), deren Inhalt das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in dieser Woche veröffentlicht hatte. Darin behauptet Selenz, Preussag-Vorstandschef Michael Frenzel habe ihm und den anderen Vorständen seiner damaligen Stahl-Tochter bis zu einer Million DM pro Kopf angeboten, wenn sie dem Verkauf der Preussag Stahl an einen ausländischen Interessenten zustimmen würden. Eine Preussag-Sprecherin lehnte am Dienstag jede Stellungnahme ab.

Selenz hatte damals, wie Schröder der zu dieser Zeit niedersächsischer Ministerpräsident war, für die Selbstständigkeit des Stahlunternehmens plädiert. Selenz sieht dem Bericht zufolge in dem Vorgehen Frenzels, das mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden von Preussag und Chef der Westdeutschen Landesbank Friedel Neuber, abgesprochen gewesen sei, einen "Bestechungsversuch". Selenz war mit der Verkauf der Preussag Stahl an das Land aus dem Preussag-Vorstand ausgeschieden und vor gut einem Jahr nach längeren Querelen auch als Vorsitzender des dann in Salzgitter AG umbenannten Unternehmens zurückgetreten.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig sagte am Dienstag, zur Sache wolle er sich nicht äußern. Der CDU-Landtagsabgeordnete Hermann Eppers aus Salzgitter habe um Prüfung gebeten. Zunächst müsse man jetzt klären, wo der angebliche "Bestechungsversuch" stattgefunden habe und welche Staatsanwaltschaft dementsprechend überhaupt zuständig sei. Aus Kreisen der damals an den Verhandlungen zwischen Land und Preussag Beteiligten heißt es, Frenzel und Selenz hätten angeblich in Frankfurt miteinander verhandelt. Danach sei zu klären, inwieweit der Tatbestand der Bestechung in diesem Fall überhaupt in Frage komme.

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