Staatsanwaltschaft ermittelt
Illegaler Handel mit Aids-Präparaten

Aids-Medikamente im Wert von mehreren Millionen Euro sind aus Afrika zurück auf den europäischen Markt geschmuggelt und in Deutschland und den Niederlanden verkauft worden.

ddp KÖLN/BOCHUM. Dies bestätigte eine Sprecherin des betroffenen britischen Pharmakonzerns Glaxo Smith Kline am Freitagmorgen im Westdeutschen Rundfunk. Ein Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft sagte, dass in diesem Fall ein Ermittlungsverfahren anhängig sei. Nähere Details wollte er allerdings nicht nennen. Nach Presseinformationen soll eine Essener Firma Drahtzieher dieses illegalen Handels sein.

Bei den Medikamenten handelt es sich um drei Therapeutika für die Langzeitbehandlung von HIV-Infizierten. Diese wurden in Afrika preiswerter verkauft als auf dem europäischen Markt, wie ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums sagte. Es handelt sich um die drei Präparate Etivir, Trezivir und Combi 4.

Nach Einschätzung des Ministeriums besteht aber keine Gesundheitsgefährdung. Die Qualität der Medikamente sei nach ersten Erkenntnissen nicht durch den Transport beeinträchtigt worden. Die Sprecherin des Pharmaunternehmens riet betroffenen Patienten allerdings, sich mit ihren Ärzten in Verbindung zu setzen.

Nach Erkenntnissen von Glaxo Smith Kline wurden Präparate im Gesamtwert von 18 Millionen Euro geschmuggelt. Die Firma vermutet, dass der illegale Handel seit Mai vergangenen Jahres stattgefunden hatte, wie die Sprecherin sagte. Aufgefallen war der Handel offenbar im Juli dieses Jahres belgischen Zöllnern.

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