Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen
Metabox dementiert Vorwürfe der Kursmanipulation

Die Metabox AG weist einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zurück, wonach sich Vorstände oder Aufsichtsräte des Hildesheimer Unternehmens mehrfach mit "Billigaktien" versorgt haben sollen.

Reuters HILDESHEIM. Der Settop-Boxen-Hersteller Met@box AG hat nach eigenen Angaben im Rahmen seiner jüngsten Kapitalerhöhung rund 1,385 Mill. neue Aktien an internationale Investoren ausgegeben. Dabei seien dem Unternehmen 12 Mill. DM zugeflossen, die für die laufende Finanzierung und Produktionsanlaufkosten eingesetzt würden, teilte die Gesellschaft am Sonntagabend in einer Pflichtveröffentlichung mit.

Ferner wies Metabox einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zurück, wonach sich Vorstände oder Aufsichtsräte des Hildesheimer Unternehmens mehrfach mit "Billigaktien" versorgt haben sollen.

Der Preis je Aktie lag Metabox zufolge bei der jüngsten Kapitalerhöhung nicht wesentlich unter dem Börsenpreis. Die am Neuen Markt notierten Metaxbox-Aktien stiegen am Montagvormittag knapp 15 % auf 2,47 Euro. Größter Einzelinvestor sei die US-Firma GEM Global Emerging Markets, eine 1993 gegründete Kapitalanlagegesellschaft, hieß es weiter. Vorstände und Aufsichtsräte des Unternehmens hätten keine neuen Aktien erhalten.

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" beruft sich bei seinen Vorwürfen gegen die Metabox-Verantwortlichen auf Unterlagen des Handelsregisters, aus denen sich der Verdacht ergebe, dass sich Vorstände, Aufsichtsräte und befreundete Firmen bei Metabox zu Vorzugspreisen mit neuen Aktien eingedeckt hätten. Renommierte institutionelle Investoren seien bei den ingesamt neun Kapitalerhöhungen kaum zu entdecken.

"Alle genannten Kapitalerhöhungen wurden ausschließlich dazu genutzt, dem Unternehmen frische Mittel zu marktnahen Kursen zufließen zu lassen", schreibt Metabox in einer Presseerklärung. Offenkundig verwechsle "Der Spiegel" mehrfach den Nennwert von Aktien, zu dem sie im Handelsregister eingetragen werden, mit den tatsächlichen Ausgabekursen. Dem Chefredakteur des Nachrichtenmagazins liege eine einstweilige Verfügung sowie eine Unterlassungspflichterklärung vor. Metabox behalte sich weitere rechtliche Schritte vor, hieß es.

Die Staatsanwaltschaft Hannover gab vergangene Woche bekannt, dass sie gegen den Vorstand der Metabox AG Ermittlungen wegen des Verdachts der Kursmanipulation und des Kapitalanlagebetruges aufgenommen hat. Dabei gehe es im Wesentlichen um den Verdacht falscher Ad-Hoc-Mitteilungen über Großaufträge, hieß es. Bereits im September hatte das Bundesaufsichtsamt für Wertpapierhandel (BaWe) Prüfungen eingeleitet, ob Metabox gegen Ad-Hoc-Vorschriften verstoßen hat. Gegen Ende des Jahres seien dann Prüfungen wegen des Verdachts auf Insiderhandel und Kursmanipulation eingeleitet worden, sagte eine BaWe-Sprecherin am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.

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