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Staatsanwaltschaft prüft Betrugsvorwürfe gegen AWD

Der Bund für Kapitalanleger hat eine entsprechende Anzeige erstattet, bestätigte am Montag ein Justizsprecher. AWD hatte die Zeichnungsfrist für seine Aktie bis zum Mittwoch verlängert

dpa HANNOVER. Die Staatsanwaltschaft Hannover prüft Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit dem geplanten Börsengang des hannoverschen Finanzdienstleisters AWD. Der Bund für Kapitalanleger hat eine entsprechende Anzeige erstattet, bestätigte am Montag ein Justizsprecher. Die Staatsanwaltschaft untersuche jetzt, ob die Vorwürfe ausreichend stichhaltig für ein Ermittlungsverfahren sind. Ein AWD-Sprecher sagte, er könne den Hintergrund der Strafanzeige nicht erkennen.

AWD hatte die Zeichnungsfrist für seine Aktie bis zum Mittwoch verlängert. Am Donnerstag soll der Ausgabepreis genannt werden, am Freitag (20.) die Erstnotiz an den Börsen Frankfurt am Main und Hannover erfolgen. Die reguläre Zeichnungsfrist war am Freitag vergangener Woche abgelaufen. Nun müssen alle interessierten Anleger die Zeichnung des Papiers bis zum Mittwoch bei ihrem Kreditinstitut bestätigen - sie gehen sonst leer aus. Neue Orders werden nicht mehr angenommen.

Ausgangspunkt der Verschiebung waren Presseberichte über Beratungsfehler beim Vertrieb des AWD-Dreiländerfonds. Diese hätten einen Nachtrag zum Verkaufsprospekt notwendig gemacht, erklärte das Unternehmen. Laut Börsengesetz müssen Anleger über alle möglichen Risiken eines solchen Fondsproduktes informiert werden. AWD bestätigte, dass einzelne Zeichner gerichtliche Schritte androhten, nahm aber keine Stellung zu laufenden Verhandlungen.

Das Unternehmen habe sich gründlich auf den Börsengang vorbereitet, sagte der AWD-Sprecher. Er sei überzeugt, dass private wie institutionelle Anleger weiterhin an die Ertragsperspektive glaubten und ihre Zeichnung bestätigten. Nach Informationen aus Finanzkreisen war die AWD-Aktie bei Ablauf der ursprünglichen Frist um ein Vielfaches überzeichnet.

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