Staatsanwaltschaft will Berufung einlegen
Moskauer Gericht: Betrugsvorwürfe gegen Gussinski illegal

afp MOSKAU. Ein Moskauer Gericht hat die Betrugsvorwürfe gegen den regierungskritischen Medienunternehmener Wladimir Gussinski als "illegal" zurückgewiesen. Wie russische Nachrichtenagenturen am Dienstag meldeten, gaben die Richter damit einer Klage von Gussinskis Anwälten recht. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, gegen die Entscheidung der Moskauer Richter Berufung einlegen zu wollen. Ein Sprecher von Gussinskis Medienunternehmen Media-MOST hingegen begrüßte den Richterspruch. Er belege den politischen Charakter der Vorwürfe, sagte Dimitri Ostalski in Moskau.

Gussinskis Anwalt Pawel Astachow sagte, er werde unverzüglich den spanischen Richter Baltasar Garzón von dem Urteil unterrichten. Garzón hatte Gussinski vergangenen Freitag gegen Zahlung einer Kaution von umgerechnet fast 12 Mill. DM aus einer Haftanstalt bei Madrid entlassen. Der Medienunternehmer muss allerdings unter ständiger Bewachung bleiben und darf Spanien nicht verlassen.

Gussinski war am 12. Dezember in seinem Ferienhaus an der spanischen Costa del Sol aufgrund eines internationalen Haftbefehls festgenommen worden. Die russischen Behörden forderten die Auslieferung des Unternehmers, dem sie die Unterschlagung von umgerechnet 500 Mill. DM vorwerfen. Media-MOST war in den vergangenen Monaten wiederholt Ziel von Beschlagnahmungen und Durchsuchungen. Besonders die kritische Berichterstattung über den Tschetschenien-Krieg des zu Media-MOST gehörenden Fernsehsenders NTW hatte den Kreml verärgert.

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