Staatsanwaltschaft will kein Verfahren mehr
Eine Hürde weniger für Trichet

Eines der letzten Hindernisse auf dem Weg des französischen Notenbankpräsidenten Jean-Claude Trichet an die Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) ist am Freitag offenbar aus dem Weg geräumt worden. Ein französischer Staatsanwalt lehnte es am Freitag ab, Trichet im Zusammenhang mit der Affäre um das Bankhaus Credit Lyonnais vor Gericht zu bringen.

Reuters PARIS. Nun muss noch der zuständige Untersuchungsrichter der Empfehlung zustimmen.

Dann scheinen Trichet, der schon seit dem Amtsantritt von Wim Duisenberg als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) als dessen möglicher Nachfolger gehandelt wird, keine rechtlichen Hindernisse bei diesem Vorhaben mehr im Weg zu stehen.

Die EZB lehnte unterdessen einen Kommentar zu der staatsanwaltlichen Empfehlung ab. Auch Trichet selbst hatte sich seit Beginn der Ermittlungen nicht zum dem Vorgang äußern wollen. Als er Anfang 2002 erklärt hatte, dass gegen ihn ermittelt werde, hatte er lediglich gesagt, er glaube alles getan zu haben, um alles beim Credit Lyonnais auf den richtigen Weg zu bringen.

Gegen Trichet wird bereits seit Mitte 2000 im Zusammenhang mit einer umfangreichen juristischen Untersuchung der finanziellen Probleme von Credit Lyonnais in den frühen 90er Jahren ermittelt. Zu jener Zeit war Trichet als hochrangiger Mitarbeiter der Bank von Frankreich verantwortlich für die Aufsicht über die Staatsunternehmen.

Ende Januar 2002 hatte ein Richter noch abgelehnt, die Untersuchungen gegen Trichet fallen zu lassen. Experten hatten dies für Trichet als Rückschlag auf dem Weg an die EZB-Spitze gesehen. Nach der Empfehlung der Staatsanwaltschaft vom Freitag sagten Rechtsexperten, es gebe kaum einen Konflikt zwischen den Standpunkten des Staatsanwalts und des ermittelnden Untersuchungsrichters Philippe Courroye.

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