Staatsfinanzen sind aufgebraucht
Energiepreise in Simbabwe drastisch erhöht

Die erneute Erhöhung sorgt in Simbabwe für Unruhen. Das von der armen Bevölkerung dringend benötigte Petroleum wurde über Nacht um 101 % teurer.

dpa HARARE. Die Regierung von Simbabwe hat am Freitag die Energiepreise erneut drastisch erhöht und damit Unruhen unter den Verbrauchern riskiert. Der staatliche Ölkonzern Noczim teilte mit, Benzin werde um 41 %, Diesel um 54 % und das von den ärmeren Bevölkerungskreisen zum Kochen benötigte Petroleum um 101 % teurer.

Damit kostet der Liter Petroleum jetzt umgerechnet DM 1,35. Erst vor einem guten Monat waren die Energiepreise um 20 bis 130 % erhöht worden. Wegen massiver Zahlungsrückstände steckt Simbabwe seit neun Monaten in einer schweren Energiekrise. Vor den Tankstellen des südafrikanischen Landes bilden sich lange Schlangen von Autofahrern und Hausfrauen mit Kanistern, während in der vergangenen Woche mehrere internationale Flüge umgeleitet werden mussten. Die Maschinen hätten in Harare nicht aufgetankt werden können.

In der Vergangenheit hatten Preiserhöhungen für dringend benötigte Konsumartikel oft zu Unruhen unter der Bevölkerung geführt. Um sich die Wählergunst zu erhalten, hat die Regierung von Präsident Robert Mugabe den staatlichen Ölkonzern gezwungen, seine Produkte um bis zu 30 % unter dem Einstandspreis abzugeben, was die Staatsfinanzen ruiniert hat.

Ebenfalls am Freitag hat die Mugabe-Regierung weitere 410 Firmen zur Enteignung ohne angemessene Entschädigung aufgelistet. Damit stehen jetzt 1 952 Firmen fest - zwei Drittel der 3 000 Firmen, auf denen nach Mugabes Willen landlose schwarze Bauern angesiedelt werden sollen.

Der Dachverband der weißen Farmer (CFU) nahm zu der jüngsten Liste zunächst nicht Stellung. In der Vergangenheit hatte die CFU ebenso wie westliche Geberstaaten und Menschenrechtsorganisationen darauf hingewiesen, dass die Regierung gar kein Geld habe, um die Um- und Ansiedlung der schwarzen Landarbeiter zu finanzieren. Die rücksichtslose Enteignung weißer Farmer führe nur dazu, eine früher blühende Volkswirtschaft zu ruinieren.

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