Staatshaushalt im Defizit
Terrorattacken kosten USA astronomische Summen

Die Zerstörung des World Trade Center und die anderen Terrorattacken vom 11. September haben in den USA direkt und indirekt astronomische Kosten verursacht. Sie haben das US- Wirtschaftswachstum gebremst. Sie haben bis zu 750 000 Jobs gekostet, die sonst zu erwarten gewesen wären, schätzen US-Wirtschaftsweise.

dpa NEW YORK. Die Versicherungen rechnen mit Schadenersatzforderungen von bis zu 60 Mrd. Dollar (61 Mrd. Euro). Es wird jedoch noch Jahre dauern, ehe die Kosten genau feststehen. Bisher ist noch nicht einmal gerichtlich festgestellt, ob die Versicherungen für das World Trade Center 3,5 Mrd. Dollar oder sieben Mrd. Dollar hinblättern sollen.

Die US-Fluggesellschaften haben Milliarden verloren. Die US Airways hat Konkurs angemeldet. Die Muttergesellschaft der United Airlines, der zweitgrößten Fluggesellschaft der Welt, zieht einen solchen Schritt ebenfalls in Erwägung. Der amerikanische Tourismus hat in den vergangenen zwölf Monaten ebenfalls stark gelitten.

Die Wall Street hat ihre seit mehr als zwei Jahren andauernde Talfahrt beschleunigt fortgesetzt, die die Anleger inzwischen mehr als 6,5 Bill. Dollar gekostet hat. Der Dow-Jones-Index liegt momentan um 15,9 % niedriger als zum Jahresbeginn und der technologielastige NASDAQ-Index sogar um 33,59 %. Das Wall - Street-Kursdebakel wurde durch die Serie von Unternehmensskandalen wie Enron, Worldcom, Global Crossing und Adelphia noch verschärft.

Die Stadt New York bezifferte die Gesamtschäden in Form zerstörter Gebäude, Gehalts- und Steuerausfälle sowie verloren gegangener Umsätze der betroffenen Unternehmen auf insgesamt 83 Mrd. Dollar bis 95 Mrd. Dollar. Die Stadt verlor 83 100 Arbeitsplätze, und ein zuvor erwarteter Stellenanstieg von 63 000 blieb aus. Es wurden rund 1,2 Mio. Quadratmeter Büroraum zerstört und etwa 1,6 Mio. Quadratmeter beschädigt. Die Kosten hierfür belaufen sich allein auf 21,8 Mrd. Dollar.

Das amerikanische Wirtschaftswachstum erreichte im zweiten Quartal 2002 nur noch dürftige 1,1 %, nachdem es in den vorangegangenen sechs Monaten kräftige Wachstumsraten gegeben hatte. Die US- Arbeitslosenrate liegt momentan bei 5,7 % gegenüber nur 3,9 % gegen Ende 2000.

Der US-Staatshaushalt wird in dem am 30. September auslaufenden Haushaltsjahr auf Grund des stärksten Anstiegs des Pentagon-Budgets seit 1981 und der hohen Kosten für Sicherheitsmaßnahmen ein Defizit von 165 Mrd. Dollar ausweisen, prognostiziert das Weiße Haus. Die Wall-Street rechnet für das kommende Fiskaljahr bereits mit einem Fehlbetrag von 200 Mrd. Dollar. Washington hatte in den Vorjahren riesige Haushaltsüberschüsse akkumuliert.

In den Defizit-Prognosen sind nicht einmal die Kosten für einen möglichen Irak-Krieg eingeschlossen, die von Rüstungsexperten auf mehr als 50 Mrd. Dollar geschätzt werden. Der Golf-Krieg im Jahr 1991 hatte rund 60 Mrd. Dollar gekostet, doch hatten sich damals die anderen großen Industrieländer und die Golfstaaten an den Kosten beteiligt. Die Autofahrer in aller Welt leiden unter der Verteuerung der Rohöl- und Treibstoffpreise, die bereits durch die Irak-Konfrontation in die Höhe geschossen sind.

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