Staatshilfe für Airline
Regierung pumpt Millionen in bankrotte Swissair

Schon am Donnerstag sollen die Maschinen der Fluglinie wieder abheben.

dpa BERN. Die Schweizer Fluglinie Swissair wird vom Staat 450 Mill. Franken (593 Mio DM/303 Mio Euro) erhalten. Das erklärte am Mittwochabend Finanzminister Kaspar Villiger vor Journalisten. Mit dem Überbrückungskredit soll der Flugbetrieb bis zum 28. Oktober aufrecht erhalten werden, bis die bisherige Swissair-Tochter, die Baseler Regionalfluglinie Crossair, die Strecken der Swissair übernehmen wird.

Die Crossair gehört jetzt den Großbanken UBS und Credit Suisse Group (CSG). Die Banken werden scharf kritisiert, weil sie der Swissair nicht rechtzeitig die Mittel zur Verfügung gestellt hat, um den Flugbetrieb weiterführen zu können. Die Maschinen stehen derzeit am Boden. Der Flugbetrieb soll am Donnerstag wieder aufgenommen werden.

Auch am Mittwoch konnten zunächst wegen Geld- und Benzinmangels keine Flugzeuge starten. Hunderte der seit Dienstag auf dem Flughafen Zürich gestrandete Passagiere wurden in Notunterkünften des Zivilschutzes untergebracht, andere mussten auf dem Flughafen übernachten. Zum Weiterflug mussten sie neue Tickets bezahlen. Am Hauptsitz der Großbank UBS in Zürich gab es eine Bombendrohung.

Die Aktie des vor dem Konkurs stehenden Flugverkehrskonzerns Swissair Group stürzte am Mittwoch wie erwartet nach Wiederaufnahme des Handels in Zürich um 96 % auf 1,27 Franken ab. Die Papiere, die am Montag und Dienstag vom Handel ausgesetzt waren, sind praktisch wertlos. Wie schon am Dienstag sind auch am Mittwoch die Papiere der als Retter auftretenden Großbanken unter Druck geraten. Dagegen legten die Wertpapiere der Fluglinie Crossair, aus der eine Auffanggesellschaft gegründet werden soll, um 22,86 % auf 344 Franken zu. Die Genussscheine verteuerten sich um 14,94 % auf 100 Franken.

Nach Angaben der Swissair waren von der Einstellung am Dienstag rund 19 000 Passagiere auf 262 Flügen betroffen. Es wurden nur etwa 80 Flüge abgewickelt. Am Flughafen Zürich saßen bis zu 4000 Passagiere fest. Die Betreibergesellschaft Unique erklärte, sie erlasse ausländischen Fluggesellschaften, die die Lücken schließen wollten, bis Freitag die Landegebühren für die Zusatzflüge.

Unterdessen bangen die Swissair-Angestellten um ihr Erspartes. Jahrelang bezahlten sie ihre Löhne der hauseigenen Depositenkasse ein. Jetzt sind die Gelder bis auf 5000 Franken pro Person blockiert. Vereinigung des Cockpitpersonals schätzt das aktuelle Guthaben auf rund 90 Mill. Franken. Am Mittwoch bildeten sich lange Schlangen vor den Schaltern.

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