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Staatsministerin: Sudan hält sich nicht an Entwaffnungs-ZusageDPA-Datum: 2004-07-14 08:54:50

Khartum (dpa) - Der Sudan hält sich nach Angaben von Staatsministerin Kerstin Müller (Grüne) nicht an die Zusage, die Milizen im Krisengebiet von Darfur zu entwaffnen. «Es ist ganz offensichtlich, dass die Kämpfe weitergehen», sagte sie während ihrer Rückreise von einem Besuch im Flüchtlingslager Kalma in der Krisenregion.

Khartum (dpa) - Der Sudan hält sich nach Angaben von Staatsministerin Kerstin Müller (Grüne) nicht an die Zusage, die Milizen im Krisengebiet von Darfur zu entwaffnen. «Es ist ganz offensichtlich, dass die Kämpfe weitergehen», sagte sie während ihrer Rückreise von einem Besuch im Flüchtlingslager Kalma in der Krisenregion.

Dort harren mindestens 50 000 Menschen ohne medizinische Grundversorgung aus. Es gebe zwar wie zugesagt Verbesserungen beim Zugang für die humanitäre Hilfe, sagte Müller. Dafür sei jetzt aber die Sicherheitslage das Hauptproblem. «Die Flüchtlinge haben Angst», sagte die Staatsministerin. Das heiße ganz klar, dass die Regierung gegen die Vereinbarung mit den Vereinten Nationen verstoße, die Reitermilizen zu entwaffnen. Aussagen von Flüchtlingen über Bombardierungen deuteten darauf hin, dass die Angriffe immer noch von Khartum unterstützt werden. Sollten sich zudem Berichte bestätigen, dass die Milizen in die Armee und Polizei integriert werden, würde laut Müller die «internationale Gemeinschaft an der Nase herumgeführt».

Die Staatsministerin im Auswärtigen Amt besuchte am Dienstag als erstes hochrangiges Mitglied der Bundesregierung die Krisenregion im Westen des Landes. Zuvor hatte Außenminister Joschka Fischer (Grüne) die Regierung in Khartum ermahnt, die Krise in Darfur zu lösen. Rund eine Million Menschen ist dort vor dem Terror der arabisch-stämmigen Milizen auf der Flucht.

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