Staatssekretär Müller kündigt Verordnung für Anfang 2002 an
BSE-Tests künftig auch für Wildfleisch

Das Bundesministerium für Verbraucherschutz will künftig auch Wildfleisch auf BSE untersuchen lassen. Eine entsprechende Verordnung soll Anfang kommenden Jahres in Kraft treten, wie Staatssekretär Alexander Müller am Sonntag im Hessischen Rundfunk sagte.

ap FRANKFURT/MAIN. Die Bundesländer sollen damit verpflichtet werden, erlegtes Reh- und Dammwild stichprobenartig auf die Rinderseuche zu überprüfen. Müller betonte ebenso wie EU-Kommissar David Byrne, dass es für Deutschland nach wie vor keinen Grund zur BSE-Entwarnung gebe.

Es sei bekannt, dass in der Vergangenheit Wild in den Wäldern auch mit Tiermehl gefüttert worden sei, sagte der Grünen-Politiker. Die Forschung habe zudem gezeigt, dass eine Übertragung des BSE-Erregers auch auf diese Tiere möglich sei. Das Ministerium wolle mit der Verordnung die Konsequenz aus den Ereignissen der letzten Jahre ziehen: Bei begründetem Verdacht müsse schnell gehandelt werden.

Der Rinderwahn hat nach Angaben des Staatssekretärs in Deutschland "nach wie vor ein großes Potenzial". Von Entwarnung könne keine Rede sein, auch wenn in der Bundesrepublik wieder mehr Rindfleisch gegessen werde. Dies sei vor allem eine Bestätigung der Politik der konsequenten Risiko-Minimierung von Verbraucherschutzministerin Renate Künast. Dazu gehöre, alle Rinder über 24 Monaten zu testen und Risikomaterial nicht mehr in die Nahrungskette gelangen zu lassen.

Byrne sieht keinen Grund zur Entwarnung

Auch Byrne betonte: "Wachsamkeit ist weiterhin geboten, vor allem bei der Umsetzung der Schutzgesetze." Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres seien in der Europäischen Union 664 neue BSE-Fälle gemeldet worden, und in Deutschland stehe der insgesamt 100. Fall unmittelbar bevor.

Der EU-Verbraucherschutzkommissar kritisiert in der "Bild am Sonntag", dass deutsche Schlachtbetriebe in mehreren Fällen Rindfleisch mit verbotenem Risikomaterial etwa der Wirbelsäule exportiert hätten. Die bestehenden Vorschriften müssten auf ihre vollständige Umsetzung kontrolliert werden. Dafür seien die Behörden der Mitgliedsländer zuständig. "Eventuelle Schwachstellen können wir nicht dulden", betonte Byrne.

Staatssekretär Müller kündigte unterdessen ein neues Qualitätssiegel für Fleisch an. Damit werde unter anderem garantiert, dass Schlachttiere keine langen Transporte hinter sich hätten und nicht mit Antibiotika gemästet worden seien.

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