Staatszulagen müssen nur einmal beantragt werden: Riester-Reform ändert nur einige Details

Staatszulagen müssen nur einmal beantragt werden
Riester-Reform ändert nur einige Details

Die Reform-Vorhaben der Bundesregierung zur Riester-Rente sollen es Anlegern einfacher machen, bei der privaten Altersvorsorge in den Genuss staatlicher Zuschüsse zu kommen. Im Grundsatz bringt der Entwurf nach Einschätzung von Experten für anspruchsberechtigte Bürger jedoch nicht viel Neues.

GERTRUD A. HUSSLA HANDELSBLATT, 22.12.2003 DÜSSELDORF. Das Angebot an staatlich geförderten Altersvorsorgeprodukten dürfte in absehbarer Zeit ähnlich bleiben. Auch die Höhe der direkten Zuschüsse und der steuerlichen Förderung bleibt erhalten. Allerdings sollen Änderungen in den Details die Riester-Rente für Anbieter entsprechender Produkte wie auch für anspruchsberechtigte Bürger attraktiver machen.

"Da wird sich nicht viel ändern", glaubt etwa Bernd Katzenstein vom Deutschen Institut für Altersvorsorge. Einziger Nachteil für die Anleger: Nach dem gegenwärtigen Entwurf könnten in der Anfangsphase höhere Abschlussprovisionen auf sie zukommen. Bisher mussten nämlich Versicherer, Banken und Investmentfondsgesellschaften die Provisionen für einen Riester-Vertrag auf zehn Jahre verteilen. Nach dem neuen Entwurf verkürzt sich dieser Zeitraum auf fünf Jahre.

Die Bundesregierung hofft, dass damit Versicherer, Banken und Investmentfondsgesellschaften einen größeren Anreiz haben, entsprechende Produkte zu verkaufen. Trotz der teilweise sehr lukrativen Renditen wurde das Angebot der Riester-Rente bisher nur von etwa 15 Prozent der Anspruchsberechtigten angenommen. Das lag vor allem daran, dass Versicherungsvertreter und Banken die Riester-Produkte kaum empfahlen oder sogar davon abrieten. Der Beratungs-Aufwand war im Hinblick auf die mageren Provisionen zu hoch.

Großer Vorteil für Anspruchsberechtigte: Der Antrag auf die staatlichen Zulagen muss nicht mehr jedes Jahr neu gestellt werden. Mehrere Seiten waren bis jetzt jährlich auszufüllen, bis Anleger in den Genuss der staatlichen Zuschüsse kamen. Die Folge: Zwei Drittel der Bürger, die einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben, haben auf die Zulagen von Vater Staat verzichtet. Wer jetzt vor Weihnachten nicht mehr dazu kommt, sich um den Papierkram zu kümmern, kann die Zuschüsse auch noch später beantragen. Der Reform- Vorschlag sieht nämlich vor, dass Riester-Sparer den vorgesehenen Dauerantrag auf die jährliche Zulage auch noch rückwirkend stellen können: Die Reform soll zum 1. Januar 2005 wirksam werden. Der Dauerantrag kann sich dann auch noch auf die Jahre 2003 und 2004 beziehen.

Auch in einigen weiteren Punkten wird die Riester-Rente verbraucherfreundlicher. So haben Sparer mit Antritt ihres Ruhestands künftig die Wahl, sich 30 Prozent der angesparten Summe auf einen Schlag auszahlen zu lassen. Der Rest läuft als lebenslange Rente. Außerdem müssen die Anbieter der Riester-Produkte künftig die effektive Gesamtrendite ihrer Sparpläne angeben. Damit soll das Angebot an Produkten für Anleger besser zu vergleichen sein.

Bedeutsamer als die geplante Reform ist für Martin Zsohar vom Analysehaus für Finanzprodukte Morgen & Morgen, dass sich ab dem 1. Januar 2004 die gesetzlich vorgeschriebene Mindestverzinsung für Versicherungsprodukte von 3,25 auf 2,75 Prozent reduziert. Damit kann sich auch die Gesamtrendite vieler Riester-Produkte verringern.

Doch lohnend bleibe die Riester-Rente allein schon auf Grund der staatlichen Zuschüsse allemal, sagt Zsohar. Für einen 40-jährigen Familienvater mit 50 000 Euro Jahreseinkommen etwa bringt die staatliche Förderung eine zusätzliche Rendite von 3,2 Prozent.

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