Stabile US-Arbeitslosenquote schwächte die europäische Währung
Euro wieder über 0,95-Dollar-Grenze

Der Euro hat sich am Freitag nach einer kurzzeitigen Abschwächung durch die besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten wieder auf Kurse deutlich über 0,95 $ erholt.

Reuters FRANKFURT. Nachdem die Gemeinschaftswährung am Morgen auf ein Sieben-Monats-Hoch zum Dollar knapp unter 0,96 $ gestiegen war, rutschte sie nach den US-Daten auf ein Tagestief von 0,9467 ab. Die wachsende Überzeugung am Markt, dass die Wirtschafts-Aussichten der Euro-Zone günstiger als die der USA und Japans sind, hätten den Euro dann jedoch schnell wieder steigen lassen, sagten Händler. Auch nach der überraschenden US-Leitzinssenkung am Mittwoch werde die anhaltende Sorge über eine mögliche harte Landung der US-Wirtschaft den Euro weiter stützen.

Am Morgen hatte die optimistische Stimmung gegenüber dem Euro die Gemeinschaftswährung zum Dollar auf den höchsten Stand seit sieben Monaten von 0,9595 $ getrieben. Zur japanischen Währung hatte sie vorübergehend ein Zehn-Monats-Hoch von 111,72 Yen erklommen. Gegen 20.00 Uhr MEZ notierte der Euro mit 0,9570/75 $ sogar über dem von der Europäischen Zentralbank (EZB) am Nachmittag ermittelten Referenzkurs von 0,9545 $.

US- Arbeitsministerium veröffentlichte Arbeitslosenzahl

Das US-Arbeitsministerium hatte am Nachmittag (MEZ) in Washington mitgeteilt, die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft sei im Dezember um 105 000 Stellen gestiegen. Die Arbeitslosenquote lag damit den Angaben zufolge unverändert bei 4,0 %. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Zuwachs von 102 000 Stellen und einem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,1 % gerechnet. Obwohl die Zahlen damit besser als erwartet ausgefallen sind, gehen Analysten davon aus, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen bei ihrem Treffen am 30./31. Januar weiter senken wird, um eine harte Landung der US-Wirtschaft zu verhindern. Analysten zufolge wird sich der Devisenhandel daher weiter auf Konjunkturdaten aus den USA konzentrieren, um die Situation der amerikanischen Wirtschaft zu analysieren. "Alles in allem ist offensichtlich eine Abschwächung im Gange, auch wenn diese sich zumeist auf das Verarbeitende Gewerbe konzentriert", sagte Ram Bhagavatula von der Royal Bank of Scotland. Deshalb werde sich der $ weiter langsam abschwächen.

Die am Vormittag veröffentlichten Daten aus Deutschland wirkten sich Händlern zufolge nicht nennenswert auf die Kursentwicklung des Euro aus. Das Interesse der Märkte habe sich auf die Arbeitsmarktdaten aus den USA konzentriert. Das Bundesfinanzministeriums hatte am Mittag mitgeteilt, der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe sei im November preis- und saisonbereinigt um 0,9 % gesunken, habe im Jahresvergleich jedoch um 5,7 % zugelegt.

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