Stabiler Ölpreis und Euro-Kurs
Analysten erwarten Abschwächung der Inflation

rtr FRANKFURT. Der Anstieg der deutschen Verbraucherpreise hat sich nach Einschätzung von Volkswirten im September zum Vorjahr abgeschwächt. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten erwarten im Schnitt eine Zunahme der Verbraucherpreise um 2,1 %, nach 2,6 % im August. Zum Vormonat rechnen sie mit einem unveränderten Wert nach einem Rückgang von 0,2 % im Vormonat. Zu dem erwarteten Rückgang würden unter anderem der bislang stabile Ölpreis und der Euro-Kurs beitragen. Zudem würden auf Grund der im Vorjahr sehr hohen Preise für Öl und Nahrungsmittel so genannte Basiseffekte positiv wirksam. Uneinigkeit herrschte unter den Analysten jedoch darüber, ob die Inflation in Deutschland in absehbarer Zeit unter die Marke von 2,0 % sinken wird.

Die Bekanntgabe der vorläufigen deutschen Verbraucherpreise für September wird für die kommende Woche erwartet. Die der Zahl zu Grunde liegenden Daten aus sechs deutsche Bundesländern werden ab Freitagnachmittag veröffentlicht. Sachsen kündigte die Veröffentlichung der Preisdaten für etwa 15.30 Uhr MEZ an.

"Auf dem Weg nach unten"

"Die Inflation ist auf dem Weg nach unten", sagte Lothar Hessler von HSBC Trinkaus & Burckhardt, der mit einem Wert von 2,0 in der Jahresrate rechnet. Der Wert werde sich in den kommenden Monaten zunächst um 2,0 % stabilisieren. Ab dem zweiten Quartal 2002 werde die Teuerung dann deutlich unter diesem Wert liegen. Unsicherheitsfaktoren seien allerdings mögliche preistreibende Effekte durch die Euro-Bargeldeinführung und die Entwicklung des Ölpreises in Folge der Anschläge in den USA.

Keinen Rückgang der Inflation unter 2,0 % sieht dagegen Helaba-Volkswirt Stefan Mütze. Er rechnet bis Dezember auf Grund von negativ wirkenden Basiseffekten mit Teuerungsraten von 2,3 bis 2,4 % im Jahresvergleich. Anfang 2002 werden die Daten seiner Einschätzung nach dann durch die jüngsten Steuererhöhungen belastet. "Das war völlig unnötig", sagte Mütze, der auch auf Auswirkungen der nächsten Stufe der Öko-Steuer Anfang kommenden Jahres hinwies.

Steuererhöhungen für Tabak und Versicherungen

Das Statistische Bundesamt hatte am Vortag mitgeteilt, dass die von der Bundesregierung angekündigten Steuererhöhungen für Tabak und Versicherungen die Inflationsrate ansteigen lassen. Die Steuererhöhungen würden den Preisindex für die Lebenshaltung der privaten Haushalte rein rechnerisch um 0,3 bis 0,4 % erhöhen, hatte das Amt mitgeteilt. Der Preisindex wird mit Hilfe eines hypothetischen Warenkorbs ermittelt, an dem Zigaretten einen Anteil von zwei Prozent und Sachversicherungen einen von etwa 1,6 % haben.

In Italien hat sich die Inflation im September nach Berechnungen von Analysten auf eine Jahresrate von 2,6 % nach 2,8 % im August verringert. Im Vergleich zum Vormonat sei der Preisauftrieb abermals unverändert geblieben. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte in ihrem Monatsbericht September mitgeteilt, die Inflation in der Euro-Zone werde "in nicht allzu ferner Zukunft" unter die Marke von 2,0 % fallen, bis zu der nach Definition der Notenbank mittelfristig Preisstabilität gewährleistet werden kann.

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