Stabiler Trend
Herr Ober, Restaurantaktien bitte!

Trotz des sinkenden Verbrauchervertrauens: In den USA klingeln die Kassen der Restaurantbetreiber. Den Anlegern könnten deshalb die Aktien etlicher Kettenbetreiber munden.

NEW YORK. Die Restaurantbetreiber in den USA können sich freuen: Ihre Lokale sind gut gefüllt, die Amerikaner essen gerne und oft auswärts - und das, obwohl das US-Verbrauchervertrauen aktuellen Umfragen zu Folge auf einen Neun- Jahres-Tiefstand gerutscht ist.

Doch die Zukunftssorgen verhindern offenbar nicht, dass in den Restaurants die Kasse klingelt. Im September haben sich die Umsatzzahlen stabilisiert und lagen laut Experten der großen Banken am oberen Ende der Jahresskala. "Seit den 80er-Jahren sehen wir den ziemlich stabilen Trend, dass die Amerikaner immer mehr auswärts essen", sagt Analyst Jonathan Feeney von SunTrust Robinson Humphrey. "Das zeigt sich auch im Moment wieder und wird auch so bleiben." Ähnliches beobachtet Bank-of-America- Stratege Andrew Barish: "Die Nachfrage in der Restaurantbranche ist wesentlich stabiler als bei anderen Verbraucherbereichen."

Dazu kommen die vergleichsweise günstigen Personalkosten, denn die Kellner, Köche und Bar-Angestellten verdienen in den USA meist weniger als andere Arbeitnehmer. "Die nominalen Lohnerhöhungen in der Restaurantindustrie bleiben immer noch hinter denen der Privatwirtschaft zurück, und davon profitieren die Restaurantbetreiber auch weiterhin", sagt Jeff Omohundro von Wachovia Securities.

Innerhalb des Sektors zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede, und nicht alle Aktien stehen so gut da wie der Branchendurchschnitt. Branchengigant McDonald's etwa ist nach den Kurshöchstständen von Mai auf fast ungebremste Talfahrt gegangen und notiert zurzeit mit rund 18 $ noch nahe am Zwölfmonatstief von Anfang Oktober. Grundsätzlich zeigt sich bei einer Reihe von Fastfood-Ketten aktuell die schwierige Wirtschaftslage, erklärt Andrew Barish. "Vor allem die mittleren und unteren Bevölkerungsschichten sind von einem Rückgang beim verfügbaren Einkommen betroffen, und diese sind oft regelmäßige Besucher der Schnellrestaurants."

Profitabel präsentieren sich dagegen Mittelklasserestaurants. "Die Kunden besuchen seit den Terroranschlägen vom vergangenen September weniger schicke Lokale, aber insgesamt ist die Anzahl der Restaurantbesuche in etwa stabil geblieben", sagt Jonathan Feeney. Auf den Empfehlungslisten der Banken findet sich deshalb vor allem die preisliche Mittellage: die Grill-Kette Applebee?s International etwa und der Steakhausbetreiber Outback aus Florida, dessen Aktienkurs sich momentan von seinen jüngsten Verlusten erholt. "Outback ist gerade vergleichsweise günstig zu haben", sagt Robert Derrington vom Bankhaus Morgan Keegan, der seine Bewertung erst kürzlich auf "Outperform" (überdurchschnittlich) hoch setzte. Dazu habe die Firma "für das kommende Jahr einige günstige Deals mit Zulieferern abgeschlossen" und dadurch gestiegene Rohstoffkosten teilweise ausgeglichen. Den Konkurrenten Applebee?s loben die Analysten ebenso für gutes Preismanagement. "Die starken Verkaufszahlen sind direkt zurückzuführen auf ein starkes Konzept, eine führende Stellung am Markt und ein exzellentes Leistungsverhältnis", lobt Allan Hickok von US Piper Sein Kursziel setzt er auf 33 $, was im Vergleich zum aktuellen Niveau eine Steigerung von mehr als 30 % bedeuten würde.

Nach Ansicht der Analysten bleiben die Aussichten für die Restaurantindustrie auch in Zukunft gut: Andrew Barish rechnet damit, dass sich die Aktien noch mindestens bis ins nächste Jahr hinein gegen den aktuellen Abwärtstrend behaupten werden.

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