Stabiler Umsatz erwartet
Otto trotzt der Einzelhandels-Flaute

Der Hamburger Otto Versand will in schwerer Zeit für den Einzelhandel seinen Kurs halten. Trotz der anhaltenden Konsumflaute werde Otto seine Umsätze im laufenden Geschäftsjahr halten und den Gewinn steigern, sagte Vorstandschef Michael Otto am Donnerstag.

dpa/HB HAMBURG. "Wir operieren aus einer Position der Stärke und werden uns nicht an den zunehmenden Sonderpreis- und Rabattaktionen beteiligen", erklärte Otto. Da angesichts der knappen Margen im Einzelhandel kein Händler unbegrenzt Nachlässe gewähren könne, müssten Rabatte vorher in die Preise einkalkuliert werden. "Das führt eher zu einer Preisverschleierung und Verunsicherung der Verbraucher", sagte der Konzernchef.

Die Versandhandelsgruppe hat ihre Position als zweitgrößter Internet-Händler nach Amazon gefestigt und erwartet aus diesem Vertriebskanal weiter dynamisches Wachstum. Die Online-Umsätze stiegen im abgelaufenen Geschäftsjahr (28.2.) um 56 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro und werden in diesem Jahr über zwei Milliarden Euro liegen. "Wir hatten als Weltmarktführer im Versandhandel für dieses Geschäftsfeld eine sehr gute Ausgangsposition, da sich der Handel im Internet grundsätzlich nicht vom Verkauf per Katalog unterscheidet", sagte Otto. Das sei das angestammte Kerngeschäft, das Otto seit mehr als 50 Jahren erfolgreich betreibe.

Im Gegensatz zu den meisten Wettbewerbern schreibe das Unternehmen im Online-Bereich bereits schwarze Zahlen. "Die Rendite ist noch geringer als im traditionellen Versandhandel, sie wird aber mittelfristig höher sein, weil der Online-Handel kostengünstiger ist und die größten Investitionen hinter uns liegen", sagte Otto. Als letztes Unternehmen ist Otto zudem beim Internet-Handel mit Lebensmitteln bundesweit aktiv und rechnet auch hier in einem absehbaren Zeitraum mit Gewinnen.

Die weltgrößte Versandhandelsgruppe erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit 90 Unternehmen in 23 Ländern einen Umsatz von 23 Milliarden Euro. Die Aktivitäten des Konzerns mit 79 000 Beschäftigten sind breit gestreut und umfassen neben Versand- und Großhandel auch stationären Einzelhandel, Dienstleistungen und Logistik. Im vergangenen Jahr seien die Erträge in fast allen Unternehmen des Konzerns geringer ausgefallen, was zu einer Welle von Programmen zur Kostensenkung geführt habe. Dabei seien auch die Personalkosten auf den Prüfstand gekommen. "Pläne für einen Arbeitsplatzabbau gibt es aber nicht", sagte Otto, der regelmäßig die ökologische und soziale Verantwortung von Unternehmen thematisiert.

Die Umsätze des Otto-Konzers im engeren Sinne - ohne Schwesterunternehmen und nicht-konsolidierte Joint Ventures - gingen im vergangenen Geschäftsjahr um 3,2 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro zurück. Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich gleichzeitig von 366 auf 275 Millionen Euro. Hoch profitabel ist nach wie vor die Stammgesellschaft Otto Versand, die eine Umsatzrendite nach Steuern von 5,5 Prozent erreichte, nach 6,2 Prozent im Jahr zuvor.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%