Stabiles Ergebnis im ersten Quartal
Swisscom bleibt standhaft

Der Telekomkonzern Swisscom hat im ersten Quartal des laufenden Jahres stabile Ergebnisse verzeichnet und damit insgesamt Zahlen im Rahmen der Erwartungen ausgewiesen.

Reuters BERN. "Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden," sagte Konzernchef Jens Alder am Mittwoch auf einer Telefonkonferenz. Swisscom erzielte in den ersten drei Monaten einen Gewinn von 409 (Vorjahr 420) Mill. Franken. Der Umsatz war zum Vorjahr unverändert auf 3517 Mill. Franken. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) lag auf 1163 (1168) Mill. Franken.

Für das Gesamtjahr 2003 bestätigte das Unternehmen trotz anhaltendem Druck auf den Umsatz und auf die Margen das Ziel eines Ebitda auf der Höhe des Vorjahres von 4,4 Mrd. Franken. Der Umsatz in der Schweiz dürfte insgesamt rückläufig sein.

Das Finanzergebnis habe unter einer Wertberichtigung auf die Beteiligung an der Fluggesellschaft Swiss in der Höhe von 33 Mill. Franken gelitten, hiess es weiter. Diese Beteiligung werde noch mit fünf Mill. Franken in den Büchern geführt. Die Nettoverschuldung sank per Ende März auf 104 Mill. Franken von 642 Mill. Franken Ende 2002.

Von Reuters befragte Analysten hatten für das erste Quartal durchschnittlich einen Gewinn von 410 Mill. Franken, einen Ebitda von 1120 Mill. Franken sowie einen Umsatz von 3602 Mill. Franken gesehen. Das Ergebnis sei grundsolide, hiess es am Markt. Die Swisscom-Aktie waren denn in einem leichteren Gesamtmarkt gut gehalten auf 408 Franken zu.

"Das Sentiment ist stabil, aber es gibt einzelne Bedenken," kommentierte indes Credit Suisse-Analyst Uwe Neumann. Er verwies auf die Umsatzentwicklung in der Festnetztelefonie und im Mobilgeschäft. Auch bei der Zürcher Kantonalbank wurde die Zusammensetzung des Umsatzes bemängelt.

Im Geschäft mit Dritten ging der Umsatz in der Festnetztelefonie in der Berichtsperiode um 8,5 % zurück, teilte Swisscom mit. Swisscom Mobile wurde zum ersten Mal mit einem Umsatzrückgang in der Höhe von 0,4 % konfrontiert. Im Bereich Enterprise Solutions (Geschäftskunden) fiel der Umsatz in der Berichtsperiode um 10,3 %. Die deutsche Mobilfunk-Tochter debitel wies dagegen ein deutliches Verkaufswachstum von knapp 16 % aus.

Diese Entwicklungen dürften sich im weiteren Jahresverlauf fortsetzen. Swisscom Mobile sollte allerdings ein leichtes Umsatzwachstum erzielen können.

Der mit einer grossen Kriegskasse ausgestattete Konzern sieht im Heimmarkt Schweiz nur kleine oder keine Wachstumsmöglichkeiten und ist im europäischen Ausland weiter auf der Suche nach Akquisitionen. Allerdings verhinderten die strengen Übernahmekriterien bisher eine grössere Transaktion. Zuletzt wurde über Gespräche mit der Telekom Austria spekuliert. Swisscom hatte diese Gerüchte nie kommentiert.

Swisscom müsse nicht wachsen, wiederholte Konzernchef Alder an der Telefonkonferenz frühere Aussagen. "Wir versuchen, die hohe Profitabilität zu halten," so Alder. Swisscom würde ein grösseres Engagement im Ausland nur aus opportunistischen, finanziellen Gründen vornehmen. Aus strategischer Sicht sei das nicht nötig. Im März 2002 hatte der Konzern zehn Prozent des Kapitals zurückgekauft. 2004 will Swisscom weitere Aktien zurückkaufen, falls bis dahin keine Übernahme getätigt werde.

Es gebe gegenwärtig keine Anzeichen, dass die Schweiz, mit einem Anteil von 62,7 % grösster Aktionär, Beteiligungspapiere verkaufe, so Alder weiter. Es dürfte im Interesse der Regierung liegen, vor einem allfälligen Verkauf mit Swisscom Kontakt aufzunehmen, um Druck auf den Aktienpreis zu vermeiden.

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