Stabilisierung ist vorrangig
Verkauf von Holzmanns US-Tochter aufgeschoben

Der Verkauf der Holzmann-Tochter J.A. Jones ist auf Eis gelegt worden. Die US-Tochter soll sich nach den Worten von Holzmann-Insolvenzverwalter Ottmar Hermann erstmal einer umfassenden Restrukturierung unterziehen.

Reuters FRANKFURT/M. Damit ist der zuletzt geplante Verkauf an die saudi-arabische Unternehmensgruppe Al Jaber erstmal vom Tisch.

"Wir wollen erst einmal sehen, dass sich die Gesellschaft stabilisiert", sagte Holzmann-Insolvenzverwalter Ottmar Hermann am Dienstagabend vor Journalisten in Frankfurt. Den Zeitraum für die Restrukturierung bezifferte der Insolvenzverwalter mit acht bis 18 Monaten. Ziel sei es aber generell immer noch, Jones als Ganzes zu verkaufen. Sollte es zwischenzeitlich Angebote für Jones geben, würden diese geprüft. "Eine Zerschlagung ist nicht unsere Zielrichtung." Bereits seit Monaten hatte Hermann über den Verkauf des neuntgrößten Baukonzerns in den USA mit seinen rund 12.000 Beschäftigten verhandelt. Die Philipp hatte im März 2002 Insolvenz beantragt. Jones ist der letzte größere noch nicht verkaufte Vermögensteil.

Hermann: Restrukturierung steht nun im Fokus

Zunächst sollen Hermann zufolge die Risikofaktoren bei Jones beseitigt und eine bessere Eigenkapitalstruktur geschaffen werden, um einen Verkauf der US-Tochter als Ganzes möglicherweise doch noch zu erreichen. Teilbereiche von Jones, für die es zahlreiche Interessenten gebe, sollen nach wie vor verkauft werden. Dazu gehörten der Brücken- und Autobahnbauer Rea Construction, die auf Handelsimmobilien spezialisierte Queens Properties sowie der Sparte Power Plant Maintenance sowie der Projektentwickler JA Jones Ventures. Zuletzt war die Tochterfirma Regent Partners veräußert worden.

Verhandlungen nicht am Preis gescheitert

Die Gespräche mit dem saudi-arabischen Unternehmer Mohamed bin Issa Al Jaber hatten sich nach Branchenkreisen zuletzt äußerst schwierig gestaltet. Zur Begründung hieß es, eine Transaktion dieser Größenordnung sei in der aktuellen Wirtschaftslage sehr schwierig. Zuvor waren bereits Interessenten wie Balfour Beatty sowie Hochtief und Bilfinger Berger abgesprungen.

Keine der Verhandlungen seien indes gescheitert, weil man sich über den Preis nicht einig gewesen sei, sagte Hermann. Er sagte allerdings, die immer wieder gerne als Perle bezeichnete US-Tochter des in die Insolvenz gegangenen Bauunternehmens habe sich zuletzt als Kunstperle entpuppt. Die bislang profitable Jones hat im vergangenen Geschäftsjahr nach Aussage von Hermann "eher nicht" schwarze Zahlen geschrieben. Der Umsatz, der 2001 bei 3,1 Milliarden Dollar lag, sei zurückgegangen, sagte Hermann, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Jones habe durch die Insolvenz des Mutter Probleme im eigenen Geschäft gehabt, zudem habe die schwache Situation auf dem amerikanischen Baumarkt die Gesellschaft belastet. Bei der Vergabe von Aufträgen für den Wiederaufbau des Iraks steht Jones nach Angaben Hermanns in der zweiten Reihe, habe aber gute Karten.

Der Vorstandschef von Jones, Alfred V. Neffgen, und Finanzvorstand James A. Bowden waren am Dienstag zurückgetreten, neuer CEO ist das bisherige Board-Mitglied Jon Paul Bolduc. Er soll die Restrukturierung von Jones vorantreiben, um die Marktchancen für das Unternehmen zu erhöhen.

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