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Stabübergabe bei MAN - Samuelsson will Kosten drücken

Ihren künftigen Chef Hakan Samuelsson haben die Beschäftigten des Maschinenbau- und Nutzfahrzeugekonzerns MAN bisher vor allem als harten Sanierer kennen gelernt.

dpa-afx MÜNCHEN. Ihren künftigen Chef Hakan Samuelsson haben die Beschäftigten des Maschinenbau- und Nutzfahrzeugekonzerns MAN bisher vor allem als harten Sanierer kennen gelernt. Mit dem Abbau von tausenden Arbeitsplätzen trimmte er die wichtigste Konzernsparte Nutzfahrzeuge wieder auf Profit und machte sie zum Umsatz- und Ergebnismotor des Unternehmens. Dass er die einzelnen Konzernsparten künftig noch stärker rannehmen will und die Sparbemühungen bei den Lohnkosten längst nicht am Ende sind, machte der Schwede am Mittwochabend in München deutlich. "Wir werden von allen Bereichen Ergebnis und Performance anfordern und können keinen Holding-Rabatt geben", verkündete der 53-Jährige.

Gegenüber wichtigen Konkurrenten wie Scania seien die Personalkosten in Deutschland um etwa 20 Prozent höher, hier gelte es, Lösungen zu finden, beispielsweise über eine Ausweitung der Arbeitszeiten. "Ich denke, Wohlstand kommt von Arbeit. Über diese Dinge müssen wir verhandeln."

Längere Arbeitszeiten IN Offenbach

Auch unter Konzernchef Rudolf Rupprecht, der den Stab zum Jahreswechsel an Samuelsson übergibt, war der Druck auf die Kosten zuletzt deutlich gewachsen. So hat der Konzern dem Betriebsrat mittlerweile längere Arbeitszeiten und Lohnsenkungen für die Sparte Druckmaschinen in Offenbach abgerungen, die Unterschrift der IG Metall wird in den kommenden Tagen erwartet. Zudem ist der Standort Deutschland bei der erwogenen Kapazitätsausweitung, die MAN angesichts der wachsenden Lastwagen-Nachfrage in Osteuropa für nötig hält, aus dem Rennen.

Die Beschäftigten sehen diese Entwicklung mit Sorge. Doch weniger Rupprecht oder Samuelsson selbst seien für den wachsenden Druck verantwortlich, als vielmehr die Anforderungen von Anteilseignern wie der Allianz , sagt Konzernbetriebsratschef Lothar Pohlmann. Der künftige Konzernlenker Samuelsson muss sich nach seiner Einschätzung erst einmal stärker in die Beschäftigten hineindenken. "Es war ein unheimlich großer Vorteil von Rupprecht, dass er bei fast allen Bereichen eine Zeit verbracht hat, er kennt den Laden in- und auswendig." Der Schwede werde es da deutlich schwerer haben, ist Pohlmann überzeugt. "Er sollte mit seinem Ohr näher an die Belegschaft gehen."

Neuer MAN-Chef Kommt BEI Analysten GUT AN

Bei Branchenexperten kommen Samuelssons Signale dagegen gut an. "Er hat eine sehr gute Erfolgsbilanz gezeigt bei MAN und kennt sich gut in der Branche aus", sagt Analyst Oliver Girzick von der Bayerischen Landesbank. Die einzelnen Konzernsparten werde Samuelsson künftig sicher verstärkt auf Profitabilität prüfen, dabei die Aufstellung als Mischkonzern aber nicht in Frage stellen, glaubt Girzick. Gegenüber Rupprecht bedeute der Start von Samuelsson im Januar einen "Generationswechsel". Am Vorabend hatte der scheidende Konzernchef selbst eine positive Bilanz seiner Tätigkeit bei MAN gezogen: "Ich glaube, dass wir die Hauptbaustellen bereinigt haben, oder die Dinge so weit bereinigt haben, dass sie in die richtige Richtung marschieren."

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