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Stadion-Affäre: Freilassung von Wildmoser jr. beantragt

München (dpa) - In der Schmiergeldaffäre um das neue Münchner Fußballstadion wollen die Anwälte die Freilassung von Karl-Heinz Wildmoser junior aus der Untersuchungshaft erreichen. Eine entsprechende Haftbeschwerde sei eingereicht worden, sagte Anwalt Wolf-Rüdiger Bub der dpa.

München (dpa) - In der Schmiergeldaffäre um das neue Münchner Fußballstadion wollen die Anwälte die Freilassung von Karl-Heinz Wildmoser junior aus der Untersuchungshaft erreichen. Eine entsprechende Haftbeschwerde sei eingereicht worden, sagte Anwalt Wolf-Rüdiger Bub der dpa.

Er rechne mit einer Entscheidung im Laufe des Junis. Die Haftbeschwerde sei im Schwerpunkt damit begründet, dass weder Flucht- noch Verdunkelungsgefahr bestehe, sagte Bub. Wildmoser junior sitzt seit Wochen wegen des dringenden Verdachts der Untreue und Bestechlichkeit in Untersuchungshaft.

Wildmoser junior hatte sich vor etwa zweieinhalb Wochen von der Kanzlei Ufer getrennt. Neue Anwälte sind nun neben Bub der CSU - Bundestagsabgeordnete Peter Gauweiler und Kurt Bröckers.

Beim Bau der «Allianz Arena» sollen 2,8 Millionen Euro Schmiergelder geflossen sein, unter anderem an Wildmoser junior. Er soll nach Auffassung der Anklagebehörde als damaliger Stadion- Geschäftsführer der Baugesellschaft Alpine gesteckt haben, dass die Münchner Vereine FC Bayern und TSV 1860 als Bauherren maximal 280 Millionen Euro für das Stadion ausgeben wollten. Über Auslandskonten soll Geld an einen Schulfreund Wildmosers geflossen sein und ein Anteil von dort in eine Immobilienfirma in Dresden, die den Wildmosers gehört.

Karl-Heinz Wildmoser senior hatte im Zuge der Ermittlungen zunächst ebenfalls in Untersuchungshaft gesessen. Der Haftbefehl war dann aber gegen 200 000 Euro Kaution und Auflagen außer Vollzug gesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft München I stellte schließlich die Ermittlungen gegen den 65-Jährigen ein. Der Verdacht der Beihilfe zur Untreue und Bestechlichkeit wurde nach Angaben der Anklagebehörde ausgeräumt. Wildmoser senior hatte im Zuge der Affäre sein Amt als Fußballpräsident beim TSV 1860 niedergelegt.

Das neue Stadion, das vom FC Bayern und dem TSV 1860 München gemeinsam finanziert wird, soll bis April 2005 fertig gestellt sein. Dort soll auch die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 angepfiffen werden.

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