Stadion-Startschuss mit Laser-Show: "Jetzt geht's los" - Schily: Freuen uns auf WM 2006
"Das Stadion wird ein Traum"

Mit einer futuristischen Grundsteinlegung haben der FC Bayern und TSV 1860 am Montag den Startschuss für das neue Münchner Fußball-Stadion gegeben, in dem 2006 die Weltmeisterschaft in Deutschland eröffnet werden soll.

dpa MÜNCHEN. "Wir Fußballer freuen uns - jetzt geht's los. Lasst uns hier ein Stadion bauen, um das uns alle beneiden werden", erklärte Franz Beckenbauer nach dem offiziellen Baubeginn des rund 300 Millionen teuren "Kaiserpalastes". Das Bayerische Fernsehen übertrug am Montagvormittag den zum Spektakel hochstilisierten Festakt live. Rund 2000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sport drängten sich im Festzelt auf dem Baugelände für die "Allianz Arena" in Fröttmaning, im Norden der Landeshauptstadt.

"Wir freuen uns gemeinsam auf die Weltmeisterschaft 2006", sagte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD), der bereits vor dem Einsatz der Bagger und Kräne seine Vorfreude auf ein "Wiedersehen bei der Eröffnung 2005" kundtat: "Es war eine kluge Entscheidung, dass wir ein originäres Fußball-Stadion in München bekommen."

Alle Festredner und Ehrengäste sprachen einhellig von einem "großen Tag" für München und den Fußball. "Mit diesem Stadion werden wir mit Nou Camp in Barcelona, dem Meazza in Mailand und Bernabeu in Madrid mithalten", prophezeite der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU), der die wirtschaftliche Dimension des lange Zeit umkämpften Projekts besonders hervorhob: "Der Neubau dieses Stadions ist ein Aufbruchzeichen in einer schwierigen Zeit."

Die Verantwortlichen und Profis des FC Bayern wurden allerdings auch beim schönen Blick in die Zukunft mit der düsteren Gegenwart konfrontiert, als zwei Tage vor dem "Endspiel" in der Champions League beim AC Mailand über die Leinwand die unvergesslichen Bilder vom Champions-League-Triumph 2001 in der italienischen Metropole flimmerten. Beim Gedanken an den drohenden Vorrunden-K.o. am Mittwoch sieht Beckenbauer bereits schwarz: "Ich habe schon vieles erlebt, allein mir fehlt der Glaube. Ich halte es fast für ausgeschlossen, noch in die Zwischenrunde zu kommen."

Lange Zeit stand in München auch der Stadion-Bau auf der Kippe. Stoiber erinnerte am Montag nochmals an den "sehr, sehr schwierigen Prozess", bei dem zunächst ein Umbau des Olympiastadions favorisiert worden war und schließlich scheiterte. Genau vor einem Jahr hatte ein Bürgerentscheid das gigantische Bauvorhaben erst ermöglicht und die jahrelange Debatte beendet. Die neue Arena soll nach einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren im April 2005 fertig sein und im Juni 2006 Schauplatz des WM-Eröffnungsspiels sein. "Es ist noch nicht offiziell entschieden. Wahrscheinlich wird es so sein, dass in München das Eröffnungsspiel und in Berlin das Endspiel stattfinden wird", so WM- Chef Beckenbauer.

Der FC Bayern und der TSV 1860 teilen sich den Großteil der Kosten für das Projekt. Auch ein Ausscheiden aus der Champions League könne den Bau nicht gefährden, versicherte Bayerns AG-Chef Karl-Heinz Rummenigge: "Die 300 Millionen sind finanziert, die stehen." Rund 90 Millionen Euro kommen von der Allianz-Versicherung, die sich die Namensrechte zunächst bis Juni 2021 gesichert hat. Die FC Bayern AG hat 10 Prozent ihrer Anteile für rund 75 Millionen Euro an den Sportartikelkonzern Adidas verkauft. Die öffentliche Hand stellt die rund 200 Millionen Euro für Infrastrukturmaßnahmen zur Verfügung.

Das 50 m hohe und 66 000 Zuschauer fassende Stadion wird in jedem Fall außergewöhnlich sein. Das von den Schweizer Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron entworfene Projekt ähnelt wegen seiner spektakulären Außenhaut einem Schlauchboot. Je nach Benutzer kann die futuristische Außenhaut in den Vereinsfarben Rot (Bayern) oder Blau (1860) erleuchtet werden. "Das Stadion wird ein Traum. Dazu die WM im eigenen Land, das Eröffnungsspiel im eigenen Wohnzimmer - was für eine großartige Vorstellung", schwärmte Nationalspieler Michael Ballack.

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