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Stadion und Mannschaft: Zwei Baustellen in Hannover

Auf den ersten Blick beeindruckend, auf den zweiten die vielen unfertigen Stellen frei legend: So präsentierten sich beim ersten Heimspiel der Saison das rundum umgebaute Stadion von Hannover 96 und die neu zusammengestellte Mannschaft.

dpa HANNOVER. Auf den ersten Blick beeindruckend, auf den zweiten die vielen unfertigen Stellen frei legend: So präsentierten sich beim ersten Heimspiel der Saison das rundum umgebaute Stadion von Hannover 96 und die neu zusammengestellte Mannschaft.

"Wir haben noch viel Arbeit vor uns", sagte der ehemalige Bayern-Spieler Michael Tarnat und meinte sein neues Team, das am dritten Spieltag der Fußball-Bundesliga nach einem atemberaubenden Start leichtfertig zwei Punkte vertändelt hatte und mit einem 2:2 (2:0) gegen den weiterhin unbesiegten SC Freiburg zufrieden sein musste.

Das offiziell AWD-Arena heißende Niedersachsen-Stadion wird Ende des Jahres fertig sein und bis dahin endgültig seinen staubigen Baustellen-Charme verlieren. Ob die Mannschaft von 96-Trainer Ewald Lienen dann schon genauso weit ist, darf bezweifelt werden. "Wir brauchen Geduld", mahnte der Coach, der fünf neu verpflichtete Profis erstmals dem eigenen Publikum präsentierte und dem viele "Baumängel" den verheißungsvoll begonnenen Tag verdarben.

Mindestens so enttäuschend wie das Ergebnis war für die Verantwortlichen des Vereins der schwache Zuschauerzuspruch bei der Premiere. Lediglich 32 447 Fans ließen sich trotz des großen Medien- Rummels in Hannover in das neue Schmuckkästchen locken. Knapp 10 000 Plätze in der Arena, die nach kompletter Fertigstellung 49 000 Menschen Platz bietet, blieben leer.

"Bis November ist alles fertig", versprach Clubchef Martin Kind. Er sieht in dem rund 66 Mill. ? teuren Umbau des Stadions einen wichtigen Schritt, damit Hannover 96 sich in der Eliteliga etablieren kann. "Ohne die neue Arena ginge das nicht", betonte Kind. Sollte der Traditionsverein jedoch den Klassenerhalt nicht schaffen, lassen sich die Investitionen in der 2. Liga nicht finanzieren. "Langfristig müssen wir in der Bundesliga spielen", sagte Kind. Nur kurzfristig reiche die Zweitklassigkeit zur Finanzierung.

Einen ersten Drei-Punkte-Schritt in Richtung Klassenerhalt haben die Niedersachsen gegen Freiburg verpasst. Bei den Toren von Jiri Stajner (2./8. Minute) sah es noch nach einer rauschenden Premierennacht aus. "Doch wir haben uns zu weit zurückgezogen", meinte 96-Kapitän Altin Lala. Die Freiburger nutzten das und kamen durch Regis Dorn (59.) und Ellery Cairo (73.) zu einem Punkt. Tarnat, der erfahrenste und weit gereiste 96-Profi, fand trotzdem einen positiven Ansatz: "Andere Teams haben ihr erstes Spiel im neuen Stadion verloren, wir haben immerhin einen Punkt geholt."

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