Stadionfinanzierung
BVB sucht weiter nach Investoren

Der hoch verschuldete Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund (BVB) hat einen Magazinbericht dementiert, wonach die Erlöse von 24 Mill. ? aus der Kapitalerhöhung bereits für kurzfristige Verbindlichkeiten aufgezehrt sein sollen. Gleichzeitig erklärte ein Vereinssprecher, das Management sei weiterhin auf der Suche nach einem Investor für den Rückkauf des Westfalenstadions.

HB DÜSSELDORF. Sprecher Manuel Neukirchner wies am Montag einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zurück, wonach der Erlös aus der Kapitalerhöhung bereits aufgezehrt sei. "Diese Behauptung ist falsch", sagte er. Vielmehr sollen die Mittel "zum großen Teil" für die Stadionfinanzierung verwendet werden.

"Der Spiegel" hatte unter Berufung auf Beraterkreise des Vereins in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, die Mittel aus der Kapitalerhöhung seien für kurzfristige Verbindlichkeiten vollständig verbraucht. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten wurden in dem Bericht mit knapp 25 Mill. ? beziffert, die bereits fälligen mit neun Mill. ?.

Neukirchner erklärte weiter, es würden Gespräche mit verschiedenen Investoren zur Finanzierung des Stadionrückkaufs geführt. Dabei sei eine sogenannte Schechter-Anleihe nur eine der Optionen. Namen der potenziellen Investoren nannte Neukirchner nicht. Der Spiegel berichtete dazu, potenzielle Investoren wie etwa die US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone zögen sich zurück.

Bereits vor einem Jahr hatte der BVB Gespräche mit dem Finanzmakler Stephen Schechter über eine Anleihe über 100 Mill. ? für den Stadionrückkauf aufgenommen. Eine Entscheidung darüber wurde indes noch nicht getroffen, obgleich Schechter nach früheren Angaben des Managements die Zusage von Investoren über diesen Betrag haben soll.

Der einzige börsennotierte deutsche Fußballverein hatte zum Ende der vergangenen Saison einen Schuldenberg von knapp 120 Mill. ? aufgehäuft - eine für den deutschen Fußball im Gegensatz zu Vereinen in Spanien oder Italien nicht gekannte Größenordnung. Das Management des Deutschen Meisters von 2002 kündigte daraufhin einen neue Finanzplanung an, die auch den seit 2003 geplanten Rückkauf des Stadions vorsieht. Die Borussen hatten ihre Beteiligung an der Sportarena vor zwei Jahren für 75,4 Mill. ? an die Vermietungsgesellschaft Molsiris verkauft, um mit dem Geld das Stadion zu erweitern. Dabei behielt der Traditionsverein zwar das alleinige Nutzungsrecht sowie 100 % aller Einnahmen, muss aber 15 Mill. ? Pacht pro Jahr zahlen. Mit dem Ausbleiben des sportlichen Erfolgs im internationalen Wettbewerb fielen dann auch noch zusätzliche Einnahmen aus Fernsehrechten weg, was die ohnehin schlechte finanzielle Lage des Vereins verschärfte.

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