Stadionpreise
Bundesligaclubs halten Preise überwiegend stabil

Die meisten deutschen Fußball-Fans müssen für ihr Live-Vergnügen in der kommenden Saison nicht tiefer in die Tasche greifen. Trotz zum Teil schmerzhafter Einbußen durch gesunkene TV- Gelder bleiben die Eintrittspreise für die Bundesliga-Stadien bis auf wenige Ausnahmen stabil.

HB/dpa DÜSSELDORF. "Obwohl unsere finanzielle Lage auf Grund der Kirch-Krise alles andere als einfach ist, werden unsere Zuschauer für ihre Karten nicht mehr bezahlen müssen als im abgelaufenen Jahr", sagte Hansa Rostocks Vorstandsvorsitzender Manfred Wimmer, der dies auch als "Dankeschön" für die Treue der Fans verstanden wissen will. Zum Teil drastisch dagegen hat Hannover 96 seine Ticketpreise erhöht. Laut dpa-Umfrage werden bei den Erstligisten nur noch 10 bis 25 Prozent des Saison-Etats durch Zuschauereinnahmen gedeckt.

Ähnlich wie Rostock äußern sich die meisten Eliteclubs. Sichtbar ist das Bemühen, notwendige Sparmaßnahmen lieber beim eigenen Personal zu treffen als Mindereinnahmen durch Erhöhung der Ticket- Preise auszugleichen. "Fußball soll für jeden bezahlbar bleiben", lautet nicht nur die Maxime von Schalkes Manager Rudi Assauer, der sich den treuen und häufig von der Arbeitslosigkeit betroffenen Anhängern verpflichtet sieht. Schalke senkte sogar die Gebühr für das billigste Stehplatz-Abo um fünf auf 113 Euro und liegt damit trotz der viel Komfort bietenden modernen Arena wie bei der preiswertesten Sitzplatz-Dauerkarte (188 Euro) im unteren Bereich der Liga.

Dass im Dreisamstadion der günstigste Saison-Sitzplatz (380 Euro) doppelt so teuer ist als "auf Schalke", fast vier Mal so viel kostet als bei Hertha BSC und Freiburg damit an der Spitze aller 18 Clubs liegt, ist für SC-PR-Manager Martin Braun einleuchtend. Es gebe weder eine die "Sichtverhältnisse beeinträchtigende Laufbahn, noch unüberdachte oder Sitzplätze in der Kurve". Im Durchschnitt liege man laut Braun ungefähr auf dem Niveau der meisten Konkurrenten wie Bochum, Rostock, Kaiserslautern, Mönchengladbach oder Stuttgart. Auch die Mit-Aufsteiger 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt erhöhten die Preise im Vergleich zur Zweitliga-Saison.

Die Rheinländer haben sich für ihre treuen Fans ein besonderes Rabatt-System einfallen lassen, das mit der sportlichen Leistung der "Geißböcke" zusammenhängt: Dauerkartenbesitzer der Vorsaison genießen im RheinEnergie-Stadion bei Sitzplätzen einen Nachlass von 50 Cent (Stehplätze 25 Cent) pro Punkt, den die Funkel-Elf ergatterte. 65 Zähler waren es im Vorjahr. So werden beim Neuerwerb einer Sitzplatz- Dauerkarte 32,5 Euro gut geschrieben. Das Stehplatz-Dauerticket wird um 16,25 Euro billiger. Auch Gladbach bietet Dauerkarten-Käufern einen besonderen Anreiz. Sie erhalten ein Jahr später ein Vorkaufsrecht für einen Platz in der neuen Arena.

Den mit Abstand größten Aufschlag fordert Hannover 96. Das billigste Sitzplatz-Abo in der AWD-Arena verteuerte sich von 210 auf gut 300 Euro, der preiswerteste Stehplatz für ein Jahr von 140 auf 195 Euro. Das entspricht einer Steigerung von etwa 40 Prozent, was schon bei der Ankündigung der Erhöhung im Mai massive Fan-Proteste auslöste. Ein harter Kern der Anhänger versperrte bei einem Heimspiel gar den Zugang zum VIP-Bereich mit einer Sitzblockade. Die Niedersachsen erklären den Anstieg damit, dass sich durch den Umbau der Arena die Kapazität vorübergehend auf 22 500 Besucher reduziere und Mindereinnahmen ausglichen werden müssten.

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