Stadt gab "Grünes Licht"
UEFA-Cup-Finale findet statt

Die Stadt Rotterdam hat "Grünes Licht" für die Austragung des UEFA-Cup-Endspiels zwischen Gastgeber Feyenoord Rotterdam und Borussia Dortmund gegeben.

dpa ROTTERDAM. Nach dem Attentat auf den Rotterdamer Politiker Pim Fortuyn am Montagnachmittag war die Austragung des für Mittwoch (20.45 Uhr) angesetzten europäischen Endspiels im Stadion "De Kuip" lange Zeit gefährdet.

Erst nach intensiven Beratungen des Rotterdamer Bürgermeisters Ivo Opstelten mit der Führung der Polizei und der Staatsanwaltschaft entschieden die Stadtväter am Dienstag, dass die Partie ausgetragen werden soll. Es werde ein nüchternes Fußballspiel geben, ohne die ursprünglich geplanten Festlichkeiten am Rande, hieß es in einer Mitteilung der Stadt.

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hatte bereits wenige Stunden nach dem Attentat "Grünes Licht" für die Austragung des Endspiels signalisiert und auch die Dortmunder Delegation, die am Mittag in der Hafenstadt eingetroffen ist, darüber informiert. Allerdings hat die UEFA zu diesem Zeitpunkt die Rechnung ohne die Politiker gemacht. Denn nach niederländischem Recht hat der Rotterdamer Bürgermeister die letzte Entscheidung, darüber zu befinden, ob das Finale wie geplant stattfinden kann oder nicht.

Die Dortmunder, die sich nach dem Gewinn der Meisterschaft am Wochenende auch gute Chancen auf den UEFA-Cup-Sieg ausrechnen, waren sichtlich betroffen. "Auch wenn wir heute nicht hier wären, stimmt das nachdenklich. Aber unseren Ablauf vor dem Spiel hat das nicht beeinflusst", meinte Trainer Matthias Sammer nach der Ankunft in der Hafenstadt. Michael Zorc betonte, dass man die Entscheidung akzeptiere. "Die Frage ist aber, ob in einer solchen Situation ein Fußballspiel stattfinden darf. Wir haben schon am 11. September in Kiew eine Partie bestritten und sind auch einen Tag nach den Ereignissen in Erfurt in der Bundesliga angetreten", sagte der BVB - Sportmanager.

Feyenoord-Coach Bert van Marwijk war wie seine Spieler total geschockt. "Es ist schwer in Worte zu fassen, und ich persönlich habe große Probleme an das Spiel zu denken. Aber ich kann verstehen, dass die UEFA das Finale durchziehen möchte", sagte der Trainer am Dienstag. Präsident Jorien van den Herik betonte, dass das Finale nun absolut zweitrangig sei. Der Clubchef hatte am Montagmorgen wenige Stunden vor dem Attentat im Rotterdamer Stadion noch ein Gespräch über Sicherheitsvorkehrungen mit dem Rechtspopulisten Fortuyn, der regelmäßiger Besucher der Feyenoord-Spiele war.

Einen Tag vor dem Anstoß ist der sportliche Aspekt des mit Spannung erwarteten Endspiels in den Hintergrund gerückt. "Ein Fest des Fußballs kann es jetzt nicht mehr geben", meinte Rotterdams niederländischer Nationalspieler Pierre van Hooijdonk. Dennoch kann Borussia Dortmund mit einem Sieg die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte krönen. Zudem würde der BVB neben dem FC Barcelona, Ajax Amsterdam, Juventus Turin und Bayern München in den erlauchten Kreis der Clubs aufsteigen, die alle drei europäischen Trophäen gewinnen konnten. Gründe genug, um im 52. Saisonspiel letzte Kräfte zu mobilisieren. "Wenn wir die deutsche Meisterschaft noch verspielt hätten, wäre es ein schwerer Gang geworden, jetzt nehmen wir den Schwung mit ins Finale", meinte Lars Ricken.

Mit einem Geldsegen kann der BVB selbst im Falle eines neuerlichen Triumphs allerdings nicht rechnen. Der europäische Verband organisiert das Finale in Eigenregie, Borussia fließt die vergleichsweise bescheidene Summe von drei Millionen Schweizer Franken zu. Gleichwohl entpuppte sich der "Cup der Verlierer" bei Einnahmen von 13 Millionen Euro als profitable Angelegenheit und tröstete über das Champions-League-Aus hinweg.

Unabhängig vom Spielausgang in Rotterdam ist in der Fußball- Hochburg Dortmund alles für die offizielle Meisterfeier am Donnerstag gerichtet. Beim Autokorso durch die Stadt und dem abschließenden Empfang im Rathaus werden bis zu 500 000 Menschen erwartet.

Die voraussichtlichen Teams:
Feyenoord Rotterdam: Zoetebier - Gyan, Van Wonderen, Paauwe, Rzasa - Bosvelt, Tomasson, Ono - Kalou, Van Hooijdonk, Van Persie
Borussia Dortmund: Lehmann - Wörns, Kohler, Dede - Reuter, Oliseh, Heinrich - Rosicky - Ricken, Koller, Amoroso
Schiedsrichter: Pereira (Portugal)

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