Stadt Hamburg wird größter Aktionär
Fusion der Nord-Landesbanken perfekt

Die geplante Fusion der Landesbank Schleswig-Holstein und der Hamburgischen Landesbank ist so gut wie perfekt. Die neue Großbank mit Doppelsitz in Hamburg und Kiel soll 2003 starten.

Reuters HAMBURG/KIEL. Die Anteilseigner beider Banken hätten sich auf die Einzelheiten des Zusammenschlusses geeinigt, bestätigten Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust (CDU) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) am Dienstag. Der Hamburger Senat und die Kieler Landesregierung verständigten sich auf den bisherigen Chef der Hamburgischen Landesbank, Alexander Stuhlmann, als Vorstandsvorsitzenden der neuen Großbank, deren Name noch nicht feststeht. Vorsitzende des Aufsichtsrats soll Simonis werden. Die Zustimmung der beiden Länderparlamente gelte als sicher, signalisierten Beust und Simonis vor Journalisten in Hamburg und Kiel.

Größter Aktionär der neuen Bank wird die Stadt Hamburg mit 32,7 Prozent, zweitergrößter die Westdeutsche Landesbank (WestLB) mit 26,9 Prozent. Weitere Anteile werden das Land Schleswig-Holstein (16,9), der schleswig-holsteinische Sparkassen- und Giroverband (16,9) sowie die Landesbank Baden-Württemberg (6,7) übernehmen. Das neue Institut, dass als Aktiengesellschaft gegründet werden soll, erhält einen Doppelsitz in Kiel und Hamburg. Vize-Chef soll der amtierende Vorstandsvorsitzende der Kieler Landesbank, Hans Berger, werden.

Institute reagieren auf wegfallende Staatshaftung

Mit ihrer Fusion reagieren die beiden Institute auf die demnächst wegfallende Staatshaftung für Landesbanken. Der Zusammenschluss soll ihre Refinanzierungsmöglichkeiten an den Kapitalmärkten verbessern.

Nach den Worten Stuhlmanns rückt das neue Institut mit einer rechnerischen Bilanzsumme von rund 200 Milliarden Euro und rund 4000 Beschäftigten unter die ersten zwölf Banken in Deutschland vor. Mit der Fusion entstehe der mit Abstand größte Schiffsfinanzierer der Welt. Die Fusion werde die Marktposition der bisher zwei Institute im Bereich der Flugzeugfinanzierung oder Leasing-Refinanzierung stärken.

Auch andere Landesbanken arbeiten an Fusionen. Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) in Hannover hat Interesse an einer Übernahme der Bankgesellschaft Berlin, zu der auch die Berliner Landesbank gehört.

Stellenabbau möglich - aber keine Entlassugnen

Durch die Fusion der beiden Nord-Banken könnten Kosten in Höhe von 150 Millionen Euro gespart werden, sagte Hamburgs Finanzsenator Wolfgang Peiner (CDU). Betriebsbedingte Entlassungen im Zuge der Fusion schloss von Beust aus. Durch die normale Fluktuation könnten allerdings im Laufe der Zeit einige hundert Stellen wegfallen, fügte Stuhlmann hinzu.

Beust erklärte, die beiden Landesparlamente müssten der Fusion noch zustimmen. Ziel sei, die gesetzlichen Grundlagen so schnell wie möglich zu schaffen, damit der Zusammenschluss im kommenden Jahr rückwirkend zum 1. Januar 2003 wirksam werde. "Ich habe keinen Zweifel, dass sowohl in Hamburg als auch in Schleswig-Holstein entsprechende Parlamentsbeschlüsse erfolgen werden", sagte von Beust. Diese werde innerhalb dieses Jahres, spätestens Anfang 2003 geschehen. Simonis hob hervor, der Zusammenschluss sei die erste länderübergreifende Bankenfusion in der Geschichte der Bundesrepublik.

Wirtschaftsprüfer legte Wert fest

Grundlage für die Besitzverhältnisse bei der neuen Großbank war eine Wertermittlung. Ein von beiden Seiten beauftragter Wirtschaftsprüfer habe für die Hamburgische Landesbank den Wert auf drei Milliarden Euro festgelegt, für die Kieler Landesbank auf zwei Milliarden Euro, sagte Finanzsenator Peiner.

Eigner der Hamburgischen Landesbank sind zu 50,5 Prozent die Hansestadt und bereits zu 49,5 Prozent die Landesbank in Kiel. An der Landesbank Schleswig-Holstein halten das Land und der regionale Sparkassenverband 50 Prozent, die Westdeutsche Landesbank knapp 40 Prozent und die Landesbank Baden-Württemberg zehn Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%