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«Stadt Land Krieg»: Junge Autoren auf SpurensucheDPA-Datum: 2004-07-06 11:20:25

Berlin (dpa) - Die unpolitische Popliteraten-Generation ist passé. Junge Schriftsteller entdecken die deutsche Vergangenheit als literarisches Sujet. In der Anthologie «Stadt Land Krieg» begeben sich 20 Autoren im Alter zwischen 30 und 42 auf Spurensuche. Das Buch versteht sich aber nicht als «Sprachrohr einer vermeintlich homogenen "Enkelgeneration"», wie die Herausgeberinnen Tanja Dückers und Verena Carl betonen.

Berlin (dpa) - Die unpolitische Popliteraten-Generation ist passé. Junge Schriftsteller entdecken die deutsche Vergangenheit als literarisches Sujet. In der Anthologie «Stadt Land Krieg» begeben sich 20 Autoren im Alter zwischen 30 und 42 auf Spurensuche. Das Buch versteht sich aber nicht als «Sprachrohr einer vermeintlich homogenen "Enkelgeneration"», wie die Herausgeberinnen Tanja Dückers und Verena Carl betonen.

Nur zwei Autoren siedeln die Handlung direkt im Krieg an, die Mehrheit arbeitet mit Rückblenden oder lässt ältere Figuren sich erinnern. Oft wird aus der Sicht eines Kindes erzählt, das beobachtet, wie der Großvater oder ein Nachbar vom Schrecken der Vergangenheit eingeholt werden. Zuweilen hat diese Perspektive den Nachteil, dass die Figuren unscharf bleiben. Einige Enkel finden hingegen originelle Zugänge, um die Nachbeben der Nazi-Diktatur in der Gegenwart spürbar zu machen. Michael Weins etwa beschreibt eine Hippie-Mutter, die Leni Riefenstahl verehrt. Bei Stefan Beuse liebt eine junge Frau das TV-Spiel «Superball» - auch ihr Großvater musste Kugeln ausweichen.



Stadt Land Krieg

Aufbau Taschenbuch Verlag, Berlin

244 S., Euro 8,50

ISBN 3-746-62045-7

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