Stadtnetzebetreiber will Deutscher Telekom mittelständische Kunden abwerben
Colt Telecom startet in deutschen Ortsnetzen

HB ROM. Der Glasfaser-Stadtnetzebetreiber Colt Telecom GmbH, Frankfurt, der sich bisher auf den Anschluss großer Geschäftskunden spezialisiert hatte, will jetzt auch mittelständische Firmen als Kunden gewinnen. Neben der teureren Glasfasertechnik nutzt das Unternehmen dafür angemietete Telefonanschlüsse der Deutschen Telekom AG, die es mit symmetrischer DSL-Technik für schnelle Datenübertragung und Internetnutzung ausbaut. Anders als bei anderen Anbietern ist in Colts Angebot die herkömmliche Sprachtelefonie mit enthalten. "Wir erreichen so auch kleinere Filialen unserer Großkunden, für die der Bau eines Glasfaseranschlusses zu teuer wäre", sagte Colt-Geschäftsführer Horst Enzelmüller in Rom.

Mit dem neuen Angebot will Enzelmüller mittelständische Kunden mit einer Telefonrechnung ab 500 DM/Monat gewinnen. Das Angebot gilt zunächst für Frankfurt, Hamburg, München, Berlin, Köln, Düsseldorf, Stuttgart und Hannover. Acht weitere Städte sollen bis Mitte 2001 folgen.

Das SDSL-Angebot ist ein Schritt auf dem Weg Colts, größere Teile der Wertschöfpungskette in der Telekommunikation abzudecken. Mit Telefonanschlüssen und-verbindungen alleine, so Enzelmüller, werde ein Telekomunternehmen bei zunehmender Konkurrenz und sinkenden Preisen immer weniger Geld verdienenen. Dem Ziel, höherwertige Dienste anbieten zu können, dient außerdem eine Kooperation mit dem Hardware-Hersteller Hewlett Packard (HP). In ganz Europa wollen beide Unternehmen gemeinsam so genannte Internet Solution Center aufbauen. An diese sollen Colt-Kunden ihre Informationstechnologie und E-Commerce-Anwendungen ausgliedern.

Colt betreibt in Deutschland Glasfaser-Stadtnetze in den acht genannten Städten, die im vergangenen Jahr durch ein 3 000 km langes Fernverkehrsnetz verbunden wurden. Die deutsche Gesellschaft, die im 1. Halbjahr 2000 mit 1000 Beschäftigten 278 Mill. DM umsetzte, ist eine 100 %-Tochter der börsennotierten Colt Telecom Group Plc., die im gleichen Zeitraum 283 Mill. £ umsetzte. Die "City of London Telecom", so die Langfassung von Colt, schreibt nach den Worten ihres Gründers Paul Chisholm seit dem 3. Quartal 1999 schwarze Zahlen (vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern/Ebitda). In die Infrastruktur will Colt von 2000 bis 2002 weitere 3 Mrd. £ investieren.

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