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Ständige Impfkommission empfiehlt Windpockenimpfung für alle Kinder

Berlin (dpa) - Alle Kinder sollten nach einer neuen Empfehlung der Ständigen Impfkommission gegen Windpocken geimpft werden. Zudem müssten mehr Kinder als bislang einen Impfschutz gegen Masern erhalten. Das teilte das zuständige Robert Koch-Institut (RKI) am Montag in Berlin mit.

Berlin (dpa) - Alle Kinder sollten nach einer neuen Empfehlung der Ständigen Impfkommission gegen Windpocken geimpft werden. Zudem müssten mehr Kinder als bislang einen Impfschutz gegen Masern erhalten. Das teilte das zuständige Robert Koch-Institut (RKI) am Montag in Berlin mit.

Die Windpocken-Impfung solle die hohen Erkrankungszahlen von geschätzten 750 000 pro Jahr durch das Varicella-Zoster-Virus in Deutschland senken sowie die Zahl der Komplikationen und der Krankenhauseinweisungen wegen dieser Viren verringern.

Bisher wurde diese Impfung nur speziellen Gruppen geraten, beispielsweise Jugendlichen, die noch keine solche Windpocken hatten. Die Empfehlungen seien aber in der Vergangenheit zu selten umgesetzt worden. Die Schwere der Kinderkrankheiten kann mit zunehmendem Alter steigen.

In den USA ist die Windpockenimpfung den Angaben zufolge seit Mitte der 90er Jahre Standardimpfung. Laut RKI-Bulletin soll sie in der Regel im Alter von 11 bis 14 Monaten erfolgen, entweder gleichzeitig mit der ersten Masern-Mumps-Röteln-Impfung oder frühestens vier Wochen später.

Die Ständige Impfkommission hofft, die Erkrankungen durch Varicella-Zoster-Viren in Deutschland langfristig zurück zu drängen. Zu den seltenen Komplikationen gehören Entzündungen des Gehirns, bei Erwachsenen auch Lungenentzündungen. Das Virus bleibt jedoch lebenslang in bestimmten Zellen des Nervensystems und kann im Alter oder bei immunschwachen Menschen zu einer Gürtelrose führen. Die Impfkommission hält auch weiter an der Empfehlung fest, dass Jugendliche noch geimpft werden sollten.

Frauen mit Kinderwunsch sollten sich nach den neuen Empfehlungen gegen Keuchhusten impfen lassen. Zudem werde diese Impfung allen anderen engen Kontaktpersonen, speziell Geschwistern, vor der Geburt des Kindes geraten. Das RKI erinnerte daran, dass nur durch hohe Impfraten in der Bevölkerung einzelne Krankheitserreger weltweit ausgerottet werden könnten. Um dieses Ziel in Deutschland auch bei den Masern zu erreichen, müsse jedoch die für den 15. bis 23. Lebensmonat empfohlene zweite Schutzimpfung wesentlich häufiger als bislang gegeben werden.

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